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Nach brutalem Überfall in Berlin-Kreuzberg : Zwei Männer stellen sich nach Fotofahndung

Nur Stunden nach der Veröffentlichung von Fahndungsfotos hat sich ein Brüderpaar bei der Polizei gemeldet. Sie streiten aber ab, einen Mann misshandelt zu haben.

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Foto: dpa/Patrick Pleul

Donnerstag früh veröffentlichte die Polizei Fahndungsfotos. Donnerstagabend stellte sich ein Brüderpaar bei der Polizei in Wedding. Die beiden 20 und 24 Jahre alten Brüder gaben an, die Personen auf den Bildern zu sein. Eine Tatbeteiligung stritten sie hingegen ab. Sie wurden vorläufig festgenommen und der Kriminalpolizei für die weiteren Ermittlungen überstellt.

Die Polizei hatte am Donnerstagvormittag eine Öffentlichkeitsfahndung nach zwei Räubern ausgelöst, die bei einem Überfall am 30. Januar in Kreuzberg einen Mann bewusstlos geschlagen hatten. Das 50 Jahre alte Opfer erlitt einen Wirbelbruch und schwere Kopfverletzungen, lag lange auf der Intensivstation und befindet sich auch mehr als zwei Monate nach der Tat immer noch in ärztlicher Behandlung.

"Nach heutigem Stand wird der Mann vermutlich dauerhaft mit Behinderungen leben müssen", hieß es bei der Polizei. Das Sprachzentrum des Mannes sei beeinträchtigt, auch sei er nach wie vor "körperlich sehr eingeschränkt."

Der 50-Jährige wurde zum Opfer, weil er einem Bekannten zur Hilfe gekommen war. Er hatte sich wie die späteren Räuber bis in die frühen Morgenstunden in einem Lokal in der Boppstraße aufgehalten. Um 4.30 Uhr brach draußen auf der Straße ein Streit aus; laut Polizei gab es eine Auseinandersetzung zwischen dem Bekannten und den beiden Gesuchten. "Zu den Hintergründen der Auseinandersetzung haben wir noch keine Erkenntnisse", hieß es am Mittwoch bei der Polizei.

Der 50-Jährige kam seinem Bekannten zur Hilfe und wurde nun selbst angegriffen. Die beiden Gesuchten schlugen ihn bewusstlos, nahmen ihm sein Portemonnaie ab und flüchteten in Richtung Kottbusser Damm. Das Portemonnaie wurde eine Woche später am 7. Februar in der Beuthstraße in Niederschönhausen gefunden. Das Geld fehlte.

Der Eingang des Lokals, vor dessen Tür sich die Schlägerei ereignete, wurde videoüberwacht. Die Polizei zeigte Bilder aus dieser Kamera. Sie zeigten die beiden Verdächtigen.

Der Tagesspiegel hatte die Bilder gezeigt, sie nach der Festnahme der Männer aber wieder gelöscht.

Polizei: Räuber kommen vermutlich aus Bulgarien

Die Polizei geht davon aus, dass es sich bei den beiden Räubern vermutlich um Bulgaren handelt. Sie sollen auch der türkischen Sprache mächtig sein. Beide sollen Anfang, Mitte 20 sein, sind von schlanker Statur und etwa 1,75 Meter groß. Beide haben einen dunklen Teint und sind bzw. waren von gepflegter Erscheinung.

Der erste Mann trug bei der Tat einen leichten Dreitagebart, die Haare waren schwarz und kurz geschnitten und an den Seiten stoppelkurz rasiert. Seine Kleidung bestand aus einer schwarzen Kapuzenjacke mit hellem Innenfutter, blauen Jeans und dunklen Turnschuhen mit hellen Streifen - offenbar der Marke "Adidas".

Sein Komplize trug zum Tatzeitpunkt einen "gepflegten Oberlippen-Kinn-Bart", so die Polizei. Die Haare waren schwarz und kurz geschnitten, der Mann hatte sie mit Gel nach hinten frisiert. Er trug eine schwarze, hüftlange Lederjacke, ein helles Oberteil, blaue Jeans, Schal und dunkle Schuhe.

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