Nach Schüssen am Kottbusser Tor : Tod in Berlin-Kreuzberg: Polizei sucht Intensivtäter

Der Schütze der tödlichen Schüsse am Kottbusser Tor soll ein polizeibekannter Mehrfachtäter sein. Staatsanwalt: "Rockerkrieg ist Quatsch."

Felix Hackenbruch
Zahlreiche Blumen sind am 05.09.2016 in Berlin Kreuzberg, in einem Hof an der Adalbertstraße unweit des Kottbuser Tores, abgelegt.
Zahlreiche Blumen sind am 05.09.2016 in Berlin Kreuzberg, in einem Hof an der Adalbertstraße unweit des Kottbuser Tores, abgelegt.Foto: dpa

Nachdem am Samstagabend ein 32-jähriger Mann am Kottbusser Tor angeschossen und wenig später gestorben war, haben die Fahnder offenbar eine heiße Spur. "Wir suchen nach einem 22-jährigen Intensivtäter", sagte der Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft, Martin Steltner dem Tagesspiegel. Der Mann, der im Moment noch flüchtig ist, sei zwar ein Rockersympathisant gewesen, aber es gebe keinen Nachweis einer Mitgliedschaft, so Steltner. "Ein Rockerkrieg ist aus unserer Sicht Quatsch", sagt er.

Opfer soll Streit mit Rocker gehabt haben

Auch zum Tathergang veröffentlichte Steltner neue Informationen. So habe es zunächst gegen 22 Uhr eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem späteren Opfer und einem Rocker gegeben. Daraufhin seien weitere Männer dazugekommen, um den Streit zu schlichten. Auch der mutmaßliche Täter habe sich dem Tatort genähert und im Verlauf des Streits mehrere Schüsse auf den 32-jährigen Familienvater abgegeben.

Kreuzberg trauert. Blumen liegen am Tatort.
Kreuzberg trauert. Blumen liegen am Tatort.Foto: dpa

In ersten Berichten hatten Augenzeugen gesagt, das Opfer habe schlichten wollen und sei zwischen die Fronten geraten. Auch Spekulationen von Szene-Kennern, dass es sich um einen Streit im Rockermilieu handle, wies Steltner zurück. Zwar seien zwei am Streit beteiligte Männer Rocker gewesen und man habe auch ein Motorrad sichergestellt, aber es gebe ansonsten keine Hinweise auf eine Verbindung.

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