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Nach Sprung aus sechs Metern Höhe : Flüchtiger aus Maßregelvollzug stellt sich selbst

Die Flucht endete nach wenigen Stunden: Der mutmaßliche Sexualtäter, der Donnerstagvormittag aus der Charité flüchtete, ist freiwillig in seine Einrichtung zurückgekehrt.

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Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.
Die Polizei sucht nach einem 39-Jährigen, der eine Frau in Neuruppin getötet haben soll.Foto: dpa/Archiv

Mit an einen Bauchgurt gefesselten Händen sprang er am Donnerstagvormittag aus sechs Metern Höhe aus einem Fenster. Der flüchtige mutmaßliche Sexualtäter im Maßregelvollzug ist jetzt freiwillig in seine Einrichtung in Wittenau zurückgekehrt.

Am Vormittag war der Patient während einer altersdiagnostischen Untersuchung aus der Charité geflüchtet. Die Untersuchung war staatsanwaltschaftlich angeordnet und sollte das Alter des Patienten überprüfen. Der vermutlich 22-Jährige stammt aus Sierra Leone und befindet sich seit zwei Monaten wegen eines wahrscheinlich im Zustand der Schuldunfähigkeit begangenen Sexualdeliktes im Krankenhaus des Maßregelvollzugs in Wittenau. Die Fahndung nach ihm wurde umgehend ausgelöst. Darüber, ob der Mann gefährlich ist, konnte die zuständige Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales keine Angaben machen. "Im Krankenhaus ist er nicht durch aggressives Verhalten aufgefallen", sagt eine Sprecherin.

Nach Angaben der Senatsverwaltung wurde der Mann wie im Sicherungsstatus üblich von einem Pfleger und zwei Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes begleitet. Seine Hände waren an einen Bauchgurt gefesselt. Außerdem trug er Fußfesseln, die ihm bei der erforderlichen Untersuchung jedoch abgenommen werden mussten.

Kurz vor der Untersuchung gab der Patient laut Senatsverwaltung an, dringend die Toilette aufsuchen zu müssen. Die wurde zuvor vom Begleitpersonal inspiziert: Der Raum befand sich in sechs bis sieben Metern Höhe im zweiten Stock. Zum Toilettengang trug der Patient weiter die Handfesseln am Bauchgurt. Trotz angelehnter Toilettentür gelang es dem Mann, aus dem Fenster zu springen. Ein Mitarbeiter soll noch ein Kleidungsstück zu fassen bekommen haben. Der Patient lief, eingeschränkt durch die Fesselung, scheinbar unverletzt davon. Durch das Krankenhaus des Maßregelvollzugs wurde eine Fahndung über den Notruf der Polizei ausgelöst.

Im Maßregelvollzug sind in der Regel psychisch kranke oder suchtkranke Menschen untergebracht.

Im vergangenen Jahr gab es mehrere Fälle von Fluchten aus dem Maßregelvollzug. In der Regel werden die Flüchtigen jedoch gefasst oder stellen sich selbst.

Auch der spektakuläre Ausbruch zweier Häftlinge aus der JVA Moabit, die mit zusammengeknoteten Seilen aus Bettlaken und Handtüchern aus ihren Zellen flohen, hielt die Stadt vor einigen Monaten in Atem. Beide Ausbrecher sind mittlerweile wieder in Haft.

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