Neue Masche bei Dieben : Kinder geben sich als Gehörlose aus und bestehlen Touristen

Sammelschwindel - so nennt die Polizei die neue Masche von Kindern und Jugendlichen, die am Alexanderplatz als angeblich "Gehörlose und Taubstumme" Geld sammeln. Doch die Betrüger lügen und bestehlen Touristen. Nun gab es sieben Festnahmen.

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Insbesondere rund um den Alexanderplatz hat die Polizei eine neue Masche beobachtet, mit der junge Kriminelle arglose Touristen und Passanten betrügen: Meist sind es Kinder und Jugendliche südosteuropäischer Herkunft, die vorgeben „taubstumm“ zu sein und Geld für eine karitative Organisation zu sammeln. Laut Polizei sind die jungen Leute in der Regel weder gehörlos noch sprachbehindert "und den angeblichen gemeinnützigen Verein, für den sie sammeln, gibt es auch nicht", hieß es bei der Polizei. Die Betrüger nutzten die Unaufmerksamkeit der Touristen beim Spenden aus, um diese dann auch noch zu bestehlen.

In dieser Woche haben Spezialermittler des Fachkommissariats für Taschendiebstahl bei einem Sondereinsatz am Alexanderplatz sieben Verdächtige festgenommen. Am Montagnachmittag hatten fünf Kinder bei solch einer vorgetäuschten Sammelaktion die Geldbörse aus der Handtasche einer 17-jährigen Touristin gestohlen. Am Dienstag wurde einer 54-jährigen Berlin-Besucherin u gegen 13 Uhr von drei Jugendlichen der Tablet-PC gestohlen, während ihr eine Spendensammelliste vorgelegt wurde. Am Mittwoch wurde erneut eine Spendenliste als Ablenkung benutzt - dabei stahlen die Täter einer 15-jährigen Touristin das Portemonnaie aus ihrer Umhängetasche.

Bei den mutmaßlichen festgenommenen Dieben handelt es sich um sechs Kinder und Jugendliche zwischen elf und 15 Jahren sowie einen 18-Jährigen. Alle  haben keinen festen Wohnsitz in Berlin. Zur letzten Tat konnte bei einem Kind das Diebesgut gefunden und sichergestellt werden. Nach der erkennungsdienstlichen Behandlung mussten alle wieder auf freien Fuß gesetzt oder ihren Eltern übergeben werden.

 

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