Prozessbeginn : Mutmaßliche Unterstützer von Terrororganisationen vor Gericht

Wegen Verdacht auf Unterstützung islamistischer Terrororganisationen müssen sich ab heute eine Berliner und eine Frau aus Ulm vor dem Berliner Landgericht verantworten. Sie sollen die Terrorgruppen mit mehreren tausend Euro unterstützt und mit Internet-Videos Kämpfer für sie rekrutiert haben.

Zwei mutmaßliche Unterstützer islamistischer Terrororganisationen müssen sich ab heute vor dem Berliner Landgericht verantworten. Der Berliner Alican T. und Filiz Gelowicz aus Ulm sollen die "Islamische Jihad Union" (IJU) und die "Deutschen Taliban Mujahideen" (DTM) mit mehreren tausend Euro unterstützt haben. Vorgeworfen wird ihnen zudem, mit Internet-Videos Kämpfer für die IJU, die DTM und für Al-Kaida rekrutiert zu haben.

Insgesamt sollen der 21-Jährige und die 28-jährige Angeklagte den im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet operierenden Terrorgruppen IJU und DTM zwischen November 2009 und Februar 2010 über einen Mittelsmann in der Türkei knapp 3.000 Euro zur Verfügung gestellt haben.

Das Gericht hat für das Verfahren scharfe Sicherheitsvorkehrungen angeordnet. Zur Eröffnung der Hauptverhandlung wollen nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd auch viele radikale Islamisten anreisen, vor allem um die Angeklagte zu unterstützen.
Ihrer starken Präsenz im Internet wegen gilt sie als eine der bekanntesten weiblichen Islamisten Deutschlands. Heldenstatus genießt Feliz Gelowicz in der deutschen Jihadisten-Szene auch, weil sie die Ehefrau von Fritz Gelowicz ist. Er war der Rädelsführer der sogenannten Sauerland-Gruppe und wurde wegen der Planung von Anschlägen auf US-Soldaten im März dieses Jahres zu zwölf Jahren Haft verurteilt.
Neben Alican T. und Filiz Gelowicz sollte ursprünglich auch der 31-jährige Berliner Fatih K. auf der Anklagebank sitzen. Auch er soll die IJU und die DTM finanziell unterstützt haben. Nachdem der Bundesgerichtshof den Haftbefehl gegen ihn im Februar dieses Jahres außer Vollzug gesetzt hatte, entzog sich K. allerdings der Überwachung der Berliner Sicherheitsbehörden und setzte sich im August in die Türkei ab. Türkische Sicherheitskräfte konnten ihn in Istanbul festnehmen. Seitdem sitzt K. dort in vorläufiger Auslieferungshaft. (dapd)

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