Randale vor Disko : Sechs WM-Athleten festgenommen

Wenig sportlich: Leichtathleten aus den USA und aus der Karibik - darunter ein Bronzemedaillengewinner - sollen vor einer Berliner Diskothek randaliert haben und wurden festgenommen.

Tanja Buntrock,Frank Bachner

Nach heftiger Randale und Flaschenwürfen vor einer Diskothek in Schöneberg, mussten sechs WM-Leichtathleten aus den USA und der Karibik den Rest der Nacht zu Sonntag in der Gefangenensammelstelle der Polizei verbringen. Die Athleten – darunter auch die Bronzemedaillengewinner Bershawn Jackson (USA) und Alexis Copello (Kuba) – waren wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung vorläufig festgenommen worden. Vier Menschen wurden verletzt. Die Polizei nannte die Namen der Athleten nicht.

Gegen vier Uhr früh wollte eine Gruppe von 20 Leuten – darunter auch WM-Sportler aus den USA, Kuba und von den Bahamas – die Disko „Havanna“ in der Hauptstraße besuchen. Doch da der Laden überfüllt gewesen sei, hätten die Türsteher sie gebeten, im Vorraum Platz zu nehmen, bis andere Gäste wieder herauskommen, hieß es bei der Polizei. Die Sportler wurden offenbar wütend und sollen gepöbelt haben. Daraufhin verwiesen die Türsteher sie der Disko. Daraufhin warfen Einzelne aus der Gruppe Flaschen gezielt auf die Angestellten. Ein 30-Jähriger und sein Kollege, 36, wurden leicht verletzt. Ein 27-jähriger Türsteher erlitt Schnittverletzungen im Gesicht, als er mit einer Glasflasche geschlagen wurde. Einer der Sicherheitsmänner wehrte sich mit Reizgas. Die Polizei nahm zunächst drei Sportler (24, 25 und 28 Jahre) von den Bahamas fest – darunter auch Hochspringer Donald Thomas und Hürdenläufer Shamar Sands. Thomas erlitt durch das Reizgas des Türstehers eine Augenreizung. Er wurde mit einer Spülung an Ort und Stelle behandelt. Auch US-Athlet Bershawn Jackson, der die Bronzemedaille über 400 Meter Hürden gewann, wurde abgeführt.

Nachdem die Randale eigentlich vorbei war, flogen plötzlich weitere Flaschen in Richtung der Sicherheitsleute. Verletzt wurde diesmal niemand. Hierauf nahmen die Beamten noch zwei kubanische Athleten (21 und 24) fest: Einer von ihnen war Alexis Copello: Er machte den dritten Platz im Dreisprung. Alle Sportler kamen nach der Hinterlegung einer Sicherheitsleistung – also gegen Geld – wieder frei.

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