Rumäne in Berlin verhaftet : 16-Jährige zur Prostitution gezwungen

Ein 37-jähriger Rumäne soll eine 16-jährige Landsfrau in Berlin zur Prostitution gezwungen haben. Sie hatte in einem Neuköllner Bordell mit falschem Ausweis gearbeitet.

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Die Berliner Polizei hat erfolgreich im Rotlichtmilieu ermittelt. Hier ein Bild von einer Razzia in der Kurfürstenstraße 2013.
Die Berliner Polizei hat erfolgreich im Rotlichtmilieu ermittelt. Hier ein Bild von einer Razzia in der Kurfürstenstraße 2013.Foto: Paul Zinken / dpa (Archiv)

Nach umfangreichen Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft ist am Flughafen Tegel ein 37-jähriger Rumäne festgenommen worden, der ein 16-jähriges Mädchen in Berlin zur Prostitution gezwungen haben soll. Er gilt als Hauptverdächtiger in diesem Verfahren und wollte gerade nach Deutschland einreisen. Seit Beginn des Jahres ermittelten die Beamten des Landeskriminalamtes wegen schweren Menschenhandels. Das Mädchen stammte ebenfalls aus Rumänien. Dort soll der Verdächtige es zunächst eingesperrt und misshandelt haben. Anschließend brachte er die 16-Jährige nach Berlin. Er bot sie zunächst in zwei Bordellen an. Diese Betriebe lehnten nach Angaben der Strafverfolgungsbehörden die junge Frau aber ab, weil der Rumäne keine Ausweispapiere für sie vorlegen konnte.

Mehrere zehntausend Euro beschlagnahmt

Erfolgreich war er erst in einem Neuköllner Bordell, das von einem ebenfalls tatverdächtigen 59 Jahre alten Mann, dessen 34-jähriger Ehefrau und einem 48-Jährigen betrieben wird. Dort soll der Hauptverdächtige eine Kopie eines rumänischen Reisedokumentes präsentiert haben, das auf den Namen seiner ebenfalls tatverdächtigen 25 Jahre alten Lebensgefährtin ausgestellt und mit dem Bild der 16-Jährigen versehen wurde. Die Bordellbetreiber ließen das Mädchen daraufhin dort arbeiten. Ein Ermittlungsrichter verkündete am Mittwoch einen Haftbefehl gegen den 37-Jährigen. Bei ihm und allen Beteiligten wurden die Wohnungen durchsucht. Dabei beschlagnahmten die Beamten eine Geldsumme in Höhe von mehreren zehntausend Euro. Die Auswertung der sichergestellten Beweismittel dauert an.


Erst vor drei Wochen war ein ähnlicher Fall in Berlin aufgeflogen: Damals hatten Polizisten wie berichtet einen 49-jährigen Feuerwehrmann in Reinickendorf festgenommen, der im Begriff war, einen Escort-Service mit Jugendlichen aufzubauen. Er soll mindestens sieben Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren kontaktiert und zumindest mit einem 16-jährigen Mädchen sexuellen Kontakt gehabt und es mehrmals an Freier vermittelt haben. Die Ermittlungen gegen den Mann laufen noch. Er war aufgeflogen, als sich eins der Mädchen seinen Eltern anvertraut hatte.

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