S-Bahnhof Wartenberg : Jugendliche knacken Snackautomaten - und überführen sich selbst

Ein 19-Jähriger und zwei 14-Jährige haben in der Nacht zu Donnerstag einen Snackautomaten am S-Bahnhof Wartenberg geknackt. Dann schossen sie Fotos mit ihrem Brecheisen und der Beute. Dumm nur, dass sie hinterher geschnappt wurden.

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Foto: dpa/Patrick Pleul

Die drei Jugendlichen - ein 19-Jähriger aus Norddeutschland, sein 14-jähriger Bruder und ein ebenso alter Komplize aus Hohenschönhausen - waren in der Nacht zu Donnerstag am S-Bahnhof Wartenberg in Lichtenberg auf Beutezug gegangen. Sie hatten ein Brecheisen eingesteckt und einen Snackautomaten auf dem Bahnsteig als Ziel bestimmt. Gegen 3.20 Uhr gingen das Räubertrio ans Werk: Sie brachen den Automaten auf und stahlen Schokolade, Gummibärchen und Salzsnacks - alles, was sie greifen und wegtragen konnten. Allerdings hörte ein Polizist außer Dienst die "verdächtigen Geräusche", die ein Brecheisen nun mal macht, wenn man damit einen Automaten knackt.

Täter posierten mit ihrer Beute

Der Beamte rief seine Kollegen von der Bundespolizei, die sich den Schaden besahen. Die Täter waren inzwischen verschwunden. Doch nach einer kurzen Suche wurden sie in der Nähe des Bahnhofs gestellt. Das Brecheisen hatten sie in einem Gebüsch versteckt, es wurde aber von den Polizisten gefunden. Dann ließen sich die Beamten die Mobiltelefone der Jugendlichen zeigen. Darauf fanden sie kurz zuvor geschossene Fotos, auf denen das Trio mit dem Brecheisen und der Beute posierte. Die Jugendlichen hatten sich reihum gegenseitig fotografiert - und damit unfreiwillig den Beweis für ihre Straftat geliefert.

Zwei Täter wurden von den Behörden gesucht

Weniger witzig lief die Durchsuchung der Jugendlichen und die anschließende Identitätsfeststellung auf der Dienststelle: Beim Jungen aus Hohenschönhausen wurde ein Elektroschocker gefunden, was aus einem einfachen Diebstahl einen schweren Diebstahl (weil mit einer Waffe begangen) machte.

Die beiden Brüder wurden von den Behörden gesucht: Der Jüngere, weil er laut Bundespolizei aus einem Kinderheim in Itzehoe ausgebüxt war; der Ältere, weil er in mehreren norddeutschen Städten Straftaten begangen hatte. Wegen eines bewaffneten Raubs in Itzehoe lag gegen den 19-Jährigen sogar ein Untersuchungshaftbefehl vor. Kein Wunder, dass er sich laut Bundespolizei weigerte, seinen Ausweis zu zeigen, und mehrfach falsche Angaben zu seiner Person machte.

Erst durch einen Abgleich der Fingerabdrücke konnte der 19-Jährige identifiziert werden. Er wurde ins Gefängnis gebracht und soll laut Bundespolizei nach Itzehoe überstellt werden. Die beiden Jüngeren wurde in eine Kindernoteinrichtung gebracht; zumindest der Junge aus Hohenschönhausen wurde dort von seiner Mutter abgeholt.

Ein Teil der Beute war bereits verputzt

Die Beute wurde laut Bundespolizei an den Betreiber des Snackautomaten zurückgegeben. Nicht alles allerdings; die Jugendlichen hatten schon einiges an Süßigkeiten verputzt. Noch ist unklar, wie hoch der entstandene Sachschaden ist - genau wie das Motiv für die Tat: War es einfach nur kriminelle Energie - oder ein urplötzlicher nächtlicher Heißhunger auf Süßwaren? Für letzteres spricht, dass bei dem 19-Jährigen eine kleine Menge Marihuana sichergestellt wurde.

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