Selbstmord im Gefängnis : Nach Amokfahrt: 68-Jähriger tötet sich in U-Haft

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen hat sich in einem Berliner Gefängnis ein Häftling das Leben genommen. In der Nacht zum Mittwoch starb ein 68-jährige Berliner, der seine geschiedene Frau mit einem Lastwagen attackiert und zuvor auch seine Ehefrau lebensgefährlich verletzt hatte.

Johannes Radke

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen hat sich in einem Berliner Gefängnis ein Häftling das Leben genommen. In der Nacht zum Mittwoch starb ein 68-jähriger Berliner, der Ende vergangener Woche seine Ehefrau und seine geschiedene Frau lebensgefährlich verletzt hatte.

„Gegen 2.20 Uhr waren einem Mitgefangen der Justizvollzugsanstalt Moabit die schweren Schnittverletzungen des Mannes aufgefallen“, sagte Justizsprecher Bernhard Schodrowski. Das Wachpersonal habe umgehend einen Notarzt gerufen, der den Verletzten ins Krankenhaus brachte. Kurze Zeit später sei er jedoch an seinen Verletzungen gestorben. Nach Angaben der Justizpressestelle handelt es sich bei dem Fall um den achten Suizid in Berliner Gefängnissen in diesem Jahr.

Der 68-Jährige hatte am Freitag zunächst seine 38 Jahre alte Ehefrau in einer Gartenlaube an den Britzer Wiesen attackiert und ihr schwere Stichverletzungen zugefügt. Anschließend war er im Neuköllner Ortsteil Buckow mit einem gemieteten Kleintransporter in einen Blumenladen an der Ecke Laubsänger- und Möwenweg gerast. Dabei wurde die geschiedene Ehefrau des Mannes, die sich an dem Verkaufsstand aufhielt, eingeklemmt und erlitt mehrere Knochenbrüche. Die Feuerwehr konnte die 45-Jährige erst nach einer halben Stunde befreien. Die beiden Frauen sollen von den Philippinen stammen. Der Mann saß seit Freitag wegen zweifachen versuchten Mordes in Untersuchungshaft.

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der mutmaßliche Erpresser des Internetportals Schüler VZ in seiner Zelle das Leben genommen. Ein in Bayern erstelltes psychologisches Gutachten hatte bei dem wegen Betrugsdelikten bekannten 20-Jährigen keine Suizidgefahr festgestellt. Im gleichen Monat hatte sich in der JVA Plötzensee ein 50-Jähriger mit seinem Schnürsenkel erhängt.

Justizsenatorin Gisela von der Aue (SPD) sprach damals von einem „furchtbaren Ereignis“. Die Justizvollzugsanstalten seien aber nicht in der Lage, jeden Suizid zu vermeiden. jra

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