Tausende Menschen unterzeichnen Petition : Berliner Polizei erklärt Schicksal von "Diensthund Sam"

Mehr als 12.000 Menschen haben eine Onlinepetition unterzeichnet, weil Polizeihund "Sam" seinem Herrchen weggenommen wurde. Die Polizei bezog am Donnerstag Stellung.

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Nicht Sam, aber ein Kollege. Hunde leisten einen hilfreichen Dienst bei der Polizei. Hier der Drogenspürhund "Wandy" beim Training in der Polizeistation Ruhleben.
Nicht Sam, aber ein Kollege. Hunde leisten einen hilfreichen Dienst bei der Polizei. Hier der Drogenspürhund "Wandy" beim Training...Foto: Thilo Rückeis

Das Schicksal eines Diensthundes der Berliner Polizei hat mehr als 12.000 Menschen dazu bewegt, eine Onlinepetition zu unterzeichnen. Die Unterzeichner wollen so erreichen, dass der Hund zu seinem alten Herrchen zurück darf. Sogar Menschen aus Australien, den Philippinen und Peru unterzeichneten den Aufruf.

Die Petition richtet sich direkt an Polizeipräsidenten Klaus Kandt. "Sam und Herr P. haben 3 Jahre jede Minute miteinander verbracht, egal ob zuhause, mit der Familie, im Urlaub oder beim gemeinsamen Einsatz gegen das Verbrechen in der Hauptstadt. Sie sind ein unzertrennliches Team und brauchen einander", schreiben die Verfasser.

Das Tier war seinem Hundeführer demnach Mitte Januar weggenommen worden, weil der Mann nach mehreren Bandscheibenoperationen für ein Jahr nicht im Außendienst arbeiten kann. Nun kümmert sich ein anderer Hundeführer um "Sam". "Es sind mittlerweile mehr als 2 Wochen seit der Trennung vergangen und sowohl für Herrn P. als auch für Sam ist dieses ein absolut unhaltbarer Zustand", begründen die Verfasser die Petition. Sie war bereits am 9. Februar eingestellt worden.

Polizei: Austausch von Hunden nicht ungewöhnlich

Am Donnerstag sah sich die Polizei aufgrund der vielen Nachfragen dazu gezwungen, sich in einer Pressemitteilung für die Entscheidung zu rechtfertigen. "Diensthunde werden sorgfältig ausgewählt und in einer teuren Ausbildung trainiert, um dann in den Dienstalltag integriert zu werden" heißt es.

Die Hunde seien im Einsatz "wichtige und unverzichtbare Partner" und müssten permanent gefordert werden. Geschehe dies nicht, könne dies zu "Leistungsverlusten" beim Diensthund führen. Insofern sei ein begründeter Austausch "nichts Ungewöhnliches."

In der Petition war Unverständnis darüber geäußert worden, dass ein Kauf des Hundes durch sein altes Herrchen abgelehnt worden sei. "Diese Option besteht für den Diensthundführer dann, wenn der Hund aus Alters- oder Gesundheitsgründen nicht mehr eingesetzt werden kann", so die Polizei. Da beides auf Sam nicht zutreffe und überdies ein anderer Hundeführer Bedarf angemeldet habe, sei er einem neuen Herrchen übergeben worden.

Der Polizeipressestelle zufolge hat sich Sam bei seiner neuen Familie "schnell und gut integriert." An seinem Verhalten sei zu erkennen: Der Hund fühle sich wohl. Unklar ist, ob es Herrn P. genauso geht.

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