Todesdrohung per Post : Gegnerin des A100-Ausbaus in Brief bedroht

"Das ist ihr Tods Urteil" - so steht es in einem Drohbrief, den eine A100-Gegnerin kürzlich erhalten hat. Die 70-jährige Bewohnerin in Treptow hat sich von dem anonymen, in schlechtem Deutsch verfassten Schreiben einschüchtern lassen.

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Eine Gegnerin des Ausbaus der A 100 hat einen Drohbrief bekommen. Anzeige erstatten wollte sie trotzdem nicht.
Eine Gegnerin des Ausbaus der A 100 hat einen Drohbrief bekommen. Anzeige erstatten wollte sie trotzdem nicht.Foto: Screenshot

Eine Gegnerin der Verlängerung der Autobahn A100 hat einen anonymen Brief per Post geschickt bekommen, in dem ihr mit dem Tode gedroht wird. „Das ist ihr Tods Urteil“, steht unter anderem wortwörtlich in dem Schreiben, das dem Tagesspiegel vorliegt. Das Aktionsbündnis „A100 stoppen“ hat den Brief veröffentlicht – auch auf tagesspiegel.de ist das Schreiben zu finden.

Die Geschichte der Berliner Stadtautobahnen
Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.Weitere Bilder anzeigen
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17.03.2017 08:24Januar 2017, Alltag im Berufsverkehr. Die Stadtautobahn, aufgenommen am Spandauer Damm.

Die 70-jährige Erika G. wohnt seit 67 Jahren in einem der vier Häuser in der Beermannstraße in Treptow, die abgerissen werden sollen, um Platz für die geplante Verlängerung der Stadtautobahn A100 von Neukölln zum Treptower Park zu schaffen. Sie hat sich wiederholt auf Veranstaltungen und Kundgebungen gegen den geplanten Autobahnausbau geäußert. „Mich muss man hier schon im Sarg heraustragen. Ich gehe nicht weg“, sagte sie dem Tagesspiegel. Vor etwa zwei Wochen habe sie dann den anonymen Drohbrief in der Post gefunden.

„Ich war eingeschüchtert. Da ich herzkrank bin, wollte ich mich nicht aufregen und habe den Brief weggelegt, ohne zur Polizei zu gehen“, sagt sie. Doch Mitglieder des Aktionsbündnisses „A100 stoppen“, mit denen sie Kontakt hat, hätten sie ermutigt, den Brief möglichst bald zur Anzeige zu bringen. Das Schreiben ist in sehr fehlerhaftem Deutsch verfasst. Der Verfasser gibt sich als Mitarbeiter der „Senatverwaltung von Berlin“ aus. Erika G. wolle nun die Polizei einschalten.

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