Unfall an S-Bahn-Übergang in Berlin-Marienfelde : Autofahrer durchbricht Schranke und rammt S-Bahn

Ein Mann, der am Morgen mit seinem Wagen am Bahnübergang Buckower Chaussee gegen eine S-Bahn prallte, erlitt nur leichte Verletzungen. Ob er unaufmerksam war oder leichtsinnig, ist noch ungeklärt. Die Schranke war geschlossen.

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Schwer beschädigt. Der Mann prallte mit seinem Auto gegen eine einfahrende S-Bahn.
Schwer beschädigt. Der Mann prallte mit seinem Auto gegen eine einfahrende S-Bahn.Foto: Thomas Schröder

Die Schranke vor den S-Bahn-Schienen war geschlossen, doch das hielt ihn nicht ab: Ein 60-Jähriger Berliner hat sich bei dem Versuch, mit seinem Mercedes einen geschlossen Bahnübergang auf der Buckower Chaussee in Marienfelde zu überqueren, leichte Verletzungen zugezogen. Warum der Mann durch die Schranke durchbrach und auf die Gleise fuhr, war zunächst unklar.

Fest steht, dass es keinen technischen Defekt gab und die Schrankenanlage einwandfrei funktionierte, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Laut Presseberichten hätten Augenzeugen gesehen, wie der 60-Jährige zielsicher durch die Anlage navigierte. Die Polizei wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

Der Unfall ereignete sich kurz vor 7 Uhr, als der stadtauswärts nach Blankenfelde fahrende Zug in den Bahnhof einrollte. Der Mercedes rammte den Zug und wurde durch die Wucht des Aufpralls herumgeschleudert. Schließlich prallte er ein zweites Mal mit dem Heck gegen den Triebwagen und kam schließlich schwer beschädigt auf dem Gehweg zum Stehen. Rettungskräfte der Berliner Feuerwehr transportierten den Autofahrer mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. In der S-Bahn kam niemand zu Schaden. Der Verkehr auf der Linie S2 wurde bis kurz vor 10 Uhr unterbrochen und Ersatzverkehr mit Omnibussen eingerichtet.

Die Bundespolizei ermittelt zu einem gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr.

In Berlin gibt es noch etwa 25 Übergänge an S- oder Fernbahngleisen. Immer wieder kommt es hier zu Unfällen, meist aus Leichtsinn - so auch in der Buckower Chaussee, als vor einigen Jahren ein Jogger die Gleise trotz geschlossenen Schranken betrat. Er wurde von einem einfahrenden S-Bahnzug erfasst und tödlich verletzt. Im Oktober 2014 wurde hier ein Jugendlicher schwer verletzt, der trotz geschlossener Schranke auf die Gleise trat, einer einfahrenden S-Bahn zwar auswich, dann von einem Zug aus der Gegenrichtung angefahren wurde.

2006 starben zwei junge Mopedfahrer am Bahnübergang Wuhlheide

Auch an der nahegelegenen Säntisstraße, an der Gorkistraße in Tegel und der Lichtenrader Bahnhofstraße gibt es Bahnübergänge. Brandenburg hat sogar 1200 Übergänge, die Hälfte davon ist ungesichert. Bundesweit ereignet sich etwa einmal pro Woche ein tödlicher Unfall.

Die Polizei kontrolliert deshalb immer wieder einmal, wie sich die Verkehrsteilnehmer verhalten. Eine zweistündige Aktion in der Gorkistraße Tegel brachte 2013 ein erschreckendes Ergebnis: Dutzende Fußgänger betraten die Gleise, obwohl sich die Schranken geschlossen hatten.

Einen der folgeschwersten Unfälle an einem Bahnübergang gab es nahe der S-Bahnstation Wuhlheide: 2006 starben dort zwei junge Männer, als sie mit ihrem Moped den geschlossen Bahnübergang überqueren wollten und von einem Zug erfasst wurden.

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