Unglück in Joachimsthal : Schüler stürzt bei Schulausflug auf einer Treppe und stirbt

Bei einem Ausflug in eine frühere DDR-Pionierrepublik ist ein 12-Jähriger gestürzt und verletzte sich so unglücklich am Hals, dass er starb. Die Klassenkameraden sind traumatisiert.

Eva Schmid

Was ein fröhlicher Schulausflug in eine Freizeitstätte an einem See im Barnim werden sollte, endet in einer Tragödie: Ein 12 Jahre alter Junge von der Europa-Grundschule aus Ketzin (Havelland) stürzte auf einer Treppe, fiel unglücklich auf den Hals und verletzte sich tödlich. Das Unglück in der früheren DDR-Pionierrepublik „Wilhelm Pieck“, der heutigen Europäischen Jugendfreizeit- und Begegnungsstätte (EJB) Werbellinsee, ereignete sich bereits am Montagnachmittag. Die Polizei schließt ein Fremdverschulden aus. „Wir gehen nicht davon aus, dass er auf der Treppe geschubst wurde“, sagte ein Polizeisprecher. „Wir überprüfen jetzt die Umstände, die zu dem tödlichen Sturz führten“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Frankfurt (Oder), Ingo Kechichian. Möglicherweise lagen Gegenstände auf der Treppe, die den Jungen ausrutschen ließen oder die Treppe war rutschig. „Die Schüler sind sehr mitgenommen, keiner von ihnen war bisher vernehmungsfähig“, sagte Kechichian.

Der Betreiber reagierte bestürzt. Die Schüler reisten nach dem tragischen Unfall wieder ab. Ein Seelsorger habe sich um die Kinder gekümmert, teilte die Polizei mit. Der Geschäftsführer des Betreibers EJB, Reinhard Meier, sagte: „Wir sind alle sehr betroffen. Der Tag war sehr schlimm.“ Ersthelfer des Zentrums hätten noch versucht, dem Jungen zu helfen. Die Begegnungsstätte beherbergt nach eigenen Angaben jährlich 30 000 Gäste. Darunter sind viele Schulklassen und Sportgruppen.

Im selben Landkreis hatte sich bereits 2010 ein Unglück bei einem Kindergartenausflug ereignet. Zwei kleine Mädchen fielen in Eberswalde in einen eiskalten Teich. Die zwei Jahre alte Lilly starb später, das andere Kind überlebte. Erst im Kindergarten war bemerkt worden, dass die Kinder fehlten. Die verantwortlichen Erzieherinnen wurden 2013 zu Bewährungsstrafen verurteilt.

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