Urteil : Acht Jahre Jugendstrafe für Messerstecher

Ein Badeausflug an den Tegeler See endete im vergangenen Sommer für einen jungen Mann tödlich: Wegen eines nichtigen Streits erstach ihn ein 17-Jähriger. Heute wurde der Täter zu acht Jahren Jugendstrafe verurteilt.

Nach dem tödlichen Messerangriff auf einen Badegast am Tegeler See ist ein 17-Jähriger wegen Totschlags zu einer Jugendstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Das Berliner Landgericht verkündete das Urteil unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Nach Angaben eines Justizsprechers wurde der Jugendliche schuldig gesprochen, im Juni 2007 an der Badestelle "Im Saatwinkel" einen 23-Jährigen erstochen zu haben.

Drei mitangeklagte Bekannte des Angeklagten im Alter von 17 bis 19 Jahren wurden wegen gefährlicher Körperverletzung und Beteiligung an einer Schlägerei mit Jugendstrafen von 6 bis 18 Monate Haft auf Bewährung bestraft.

Täter legte Geständnis ab

Der Tat war ein Streit der Angeklagten mit einem Familienvater um liegengelassenen Müll vorausgegangen. Als der 23-Jährige dem Mann zur Hilfe kommen wollte, wurde er von hinten niedergestochen. Er starb an den Folgen eines Lungenstichs. Sowohl der nichtige Anlass als auch der Stich von hinten in den Rücken des Opfers seien vom Gericht strafschärfend gewertet worden, sagte der Justizsprecher. Das Geständnis des 17-jährigen Haupttäters habe sich dagegen strafmildernd ausgewirkt.

Entgegen der Anklage wurden Mordmerkmale verneint, weil das helfende Opfer nicht arglos gewesen sei. Der 23-Jährige habe gewusst, dass er sich in eine gefährliche Situation begebe, hieß es. Der 43-jährige Familienvater hatte die Jugendlichen aufgefordert, ihren Müll beim Verlassen der Badestelle mitzunehmen. Er erlitt durch Faust- und Stockschläge zahlreiche Prellungen. (nim/ddp)

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