Zehn Monate nach Verschwinden : Dementer Berliner tot in Hamburg aufgefunden

Vor zehn Monaten verschwand der demenzkranke Wolfgang H. aus Berlin in Hamburg. Der 69-Jährige war bei einer Stadttour an einer roten Ampel aus dem Auto seiner Frau ausgestiegen und verschwunden. Jetzt wurde seine Leiche identifiziert.

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Zehn Monate nach seinem Verschwinden hat die Familie des 68-jährigen Berliners traurige Gewissheit: Wolfgang H. ist tot. Wie die Hamburger Polizei am Dienstag mitteilte, hat das Institut für Rechtsmedizin seine Leiche identifiziert. Sie war am 13. März in einem Gewässer in Hamburg-Billbrook gefunden worden.

Der demenzkranke Mann war am 18. Juni 2013 in der Hansestadt verschwunden. Zusammen mit seiner Frau machte er damals eine Stadtrundfahrt mit dem Auto. Als die Frau den Wagen auf der Altmannbrücke an einer roten Ampel stoppen musste, war Wolfgang H. überraschend ausgestiegen und davongegangen. Weil die Ampel wieder auf Grün sprang, hatte seine Frau nicht sofort reagieren können, um Wolfgang H. hinterherzueilen. Seitdem fehlte jede Spur von ihm.

Auch die Berliner Polizei suchte nach Wolfgang H.

Die Hamburger Polizei suchte das Gebiet umfangreich ab und veröffentliche einen Suchaufruf. „Der Vermisste leidet unter Demenz und ist orientierungslos“, hieß es damals. Er war bei seinem Verschwinden nur mit T-Shirt, Jeans und weißen Badelatschen bekleidet. H. führt seinen Personalausweis sowie Telefonnummern für den Notfall mit sich. Auch die Berliner Polizei beteiligte sich an der Suche, da in Betracht gezogen wurde, dass der Rentner sich auf den Weg zurück nach Berlin gemacht haben könnte.

Im März 2014 dann fanden Mitarbeiter einer Firma in Hamburg-Billbrook einen männlichen Leichnam an der Uferböschung des Tidekanals. Die stark verweste Leiche wurde jetzt als der Vermisste identifiziert. „Die Leiche hat dort auf jeden Fall längere Zeit gelegen“, sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei. Die genaue Todesursache zu ermitteln sei daher kaum möglich. „Aber es liegen keine Hinweise auf Fremdeinwirkung vor.“ Die Polizei betrachtet den Fall daher als abgeschlossen.

Die genauen Todesumstände bleiben unklar

Zwischen dem Ort seines Verschwindens und dem Fundort der Leiche liegen etwa sieben Kilometer. Wie Wolfgang H. dort hingekommen ist, wann genau er ins Wasser fiel und wie lange er im Tidekanal lag, ist unklar. Der Fundort liegt auf einem Firmengelände, zu dem nur Mitarbeiter Zugang haben. Daher blieb die Leiche wohl langezeit unentdeckt.

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