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Zerstückelter Spree-Toter : Spaziergänger finden Kopf des Tätowierers

Zwei junge Frauen haben den Kopf des 31-jährigen Tätowierers Raoul Schmidhuber am Dienstagabend am Schäfersee in Reinickendorf entdeckt. Torso und weitere Leichenteile wurden bereits vergangene Woche in Oberschöneweide in der Spree gefunden.

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Der Kopf war in eine Mülltüte verpackt, sagte ein Polizeisprecher. Spaziergänger hätten die Tüte am späten Nachmittag am Ufer gefunden. Am Mittwochmorgen konnten die Ermittler den Kopf dem getöteten Schmidhuber zuordnen. Eine Spur zu den Tätern gibt es noch nicht. Bis Dienstag seien zehn Hinweise eingegangen, vor allem aus der Tattoo-Szene. Die Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus und vermuten den Täter im privaten Umfeld. Laut Polizei werde in alle Richtungen ermittelt.

Der Österreicher Schmidhuber kam erst vor einem halben Jahr nach Berlin und lebte in Pankow. Laut österreichischen Medien kam er ursprünglich aus dem 20000 Einwohner-Ort Hallein neben Salzburg und zog später nach Wien. In Berlin arbeitete er als Tätowierer. Bis vor wenigen Wochen stach er noch als Gasttätowierer im Tattoo-Studio im Keller des beliebten Szene-Restaurants "White Trash Fastfood" in der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg. Vor der gelb-schwarz karierten Wand des Studios entstand auch das Foto, mit dem die Ermittler nach Hinweisen auf den Toten suchen. Die Mitarbeiter des Geschäfts zeigten sich "geschockt". Zuletzt arbeitete Schmidhuber in einem Tätowierstudio in der Rigaer Straße in Friedrichshain. Das Opfer hatte lange dunkle Haare und einen Bart und überall Tattoos auf dem Körper, sogar den Hals hatte es sich stechen lassen.

Torso und Leichenteile in schwarzen Koffern entdeckt

Schmidhubers Oberkörper wurde am Donnerstag in der Spree in Oberschöneweide in Höhe der Tabbertstraße in einem schwarzen Rollkoffer von einem Angler entdeckt. Kopf, Arme und Beine fehlten. Am Sonntag suchten die Beamten das Gebiet erneut mit Hunden und Tauchern ab. An der Treskowbrücke, etwa einen Kilometer vom ersten Fundort entfernt, fanden sie weitere Leichenteile in einem Koffer. Meldungen, wonach der Tote mit einer Kettensäge zerstückelt wurde und der Kopf fehle, wollte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen offiziell jedoch nicht bestätigen. Nach ersten Ermittlungsergebnisse wurde Schmidhuber bereits Anfang vergangener Woche getötet. Weder der deutschen noch der österreichischen Polizei war er zuvor bekannt.

Am Montag konnten die Ermittler den Toten identifizieren - dank der unzähligen Tätowierungen auf seinem Körper. Ein anderer Tätowierer erkannte seine eigene Arbeit auf Fotos des getöteten Schmidhubers wieder, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Die Beamten bitten um Hinweise unter der Telefonnummer 46 64 91 18 01.

Drei Wasserleichen in fünf Tagen

Neben Schmidhuber wurden in den vergangenen Tagen zwei weitere Wasserleichen entdeckt. Am Montagnachmittag hat die Feuerwehr einen 57-jährigen Berliner gegen 17.30 Uhr an der Komturbrücke aus dem Teltowkanal in Tempelhof geborgen. Am Sonntagvormittag entdeckte ein Spaziergänger in der Spree am Kapelle-Ufer am Hauptbahnhof in Mitte die Leiche eines 23-jährigen Mannes aus Spandau. In beiden Fällen schließt die Polizei ein Fremdverschulden aus. Die genaue Todesursachen sollen Obduktionen klären.

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