Berlin : Prozess nach Mord am Rosenmann

K.G.

Drei Tage nach der Tat verschwand Jaber S. aus Berlin. Der Mann aus Bangladesh setzte sich nach Italien ab, fand eine Arbeitsstelle und heiratete schließlich in Mailand. Doch sechs Jahre später holte ihn die Vergangenheit ein. Unter dem Verdacht des Mordes an einem Landsmann wurde er festgenommen. Gestern saß der inzwischen 29-jährige S. vor dem Berliner Landgericht.

Jaber S. hatte sich im Oktober 1997 mit anderen Rosenverkäufern in einem Lokal in Prenzlauer Berg getroffen. Es habe zuvor Gerüchte gegeben, dass die Ehefrau eines der Männer mit dem späteren Opfer ein Verhältnis habe, sagte Jaber S. Die zunächst gute Stimmung sei umgeschlagen, als man in die Wohnung des mutmaßlichen Freundes der Ehefrau, Ajay S., ging. Der gekränkte Ehemann habe den 28-jährigen Ajay S. zur Rede stellen wollen. „Als es zu einer Rangelei kam, sollte ich Ajay die Füße fesseln“, sagte der Angeklagte. Kurz darauf habe er die Wohnung verlassen, versicherte Jaber S.

Der Streit endete mit der Erdrosselung des Opfers. Der Tote wurde zum Wannsee transportiert und an einer Brücke abgelegt. Als Täter wurde der gekränkte Ehemann im Januar 2000 zu neun Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Im Falle von S. gingen die Richter davon aus, dass sein Geständnis glaubhaft und er nicht an der Tötung beteiligt war. Für die Fesselung des Opfers wurde er zu 14 Monaten Haft verurteilt. Mit der Untersuchungshaft ist die Strafe schon verbüßt.

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