Schienenverkehr in Berlin : Bahn baut Schallschutzwände in Pankow auch nachts

Für acht Millionen Euro soll es im Berliner Norden leiser werden. Anwohner fordern die Maßnahmen seit Jahren - ein Teil davon ist freiwillig.

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Am Montag fand der symbolische Bau-Beginn der Lärmschutzwände statt. Leiser wird es in Pankow aber trotzdem nicht.
Am Montag fand der symbolische Bau-Beginn der Lärmschutzwände statt. Leiser wird es in Pankow aber trotzdem nicht.Foto: Marius Becker/dpa

Bevor es an den Gleisen der Bahn in Pankow leiser wird, wird es nochmals lauter. Um zwischen dem Abzweig der Stettiner Bahn beim Bahnhof Bornholmer Straße und dem Bahnhof Blankenburg Schallschutzwände bauen zu können, müsse teilweise auch nachts gearbeitet werden, kündigte der Berliner Bahnchef Alexander Kaczmarek am Montag beim symbolischen Baubeginn an. Insgesamt entstehen auf dem rund fünf Kilometer langen Abschnitt neun Schutzwände, die zwei oder drei Meter hoch werden.

Die Kosten in Höhe von acht Millionen Euro übernimmt, wie berichtet, der Bund. Das Geld stammt aus dem 150-Millionen-Euro-Etat für den Lärmschutz, die der Bund jährlich bereitstellt. Das Programm gibt es seit 1999. Zusätzlich gibt es rund 170.000 Euro für den Einbau von schallschluckenden Fenstern in mehreren Häusern. Die Arbeiten, die schon vor dem symbolischen Beginn am Montag aufgenommen wurden, sollen im Mai 2018 abgeschlossen sein.

Ruhig wird es in Pankow aber trotzdem nicht

Lärmschutz ist an bestehenden Bahnanlagen nicht vorgeschrieben. Einen Anspruch gibt es nur, wenn Gleise neu gelegt werden oder wenn eine Oberleitung neu installiert wird. In Pankow wird es im Bereich des Karower Kreuzes nach Vorschrift Lärmschutzwände geben, weil die Bahn dort ein zweites Gleis legt, das einen betrieblichen Engpass beseitigt.

Durch den freiwilligen Bau auch im Bereich des Bahnhofs Pankow entsteht dann ein fast durchgängiger Schutz bis nach Karow. Ziel sei es, den Lärmschutz bis Bernau auszudehnen, sagte der Pankower SPD-Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup. Beschlossen sei hier aber noch nichts, dämpft er Hoffnungen von Anwohnern, die seit Jahren mehr Schutz vor dem Krach fordern, den vor allem Güterzüge verursachen. Abhilfe schaffen soll hier auch der Einbau von sogenannten Flüsterbremsen in den Güterwagen. Bis 2020 dürfen nur noch solche Wagen fahren.

Ruhig wird es in Pankow aber trotzdem nicht. Auch den symbolischen Baubeginn der Lärmschutzwand begleitete der Lärm der Tegel-Flugzeuge am Himmel.

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