Berliner Schüler : Mit dem Lieblingsbuch ins Fernsehen

Sechstklässler aus Berlin machten bei der ARD-Büchersendung "quergelesen" mit. Dort stellen Kinder ihre Lieblingsbücher vor.

Katja Gartz

Nicole liest gerne und viel, vor allem Fantasy- und Abenteuerbücher. Sie kennt natürlich auch die Bücher des preisgekrönten englischen Kinderbuchautors Jonathan Stroud. Bei der Veranstaltung „querlesen on tour“ konnte sie ihn vergangene Woche im ARD-Infocenter persönlich treffen. „Den Schriftsteller live zu erleben ist super“, sagte die Sechstklässlerin.

Für Nicole und ihre Mitschüler der Schweizerhof Grundschule sowie für die Sechstklässler der Heinz-Galinski-Grundschule drehte sich an diesem Vormittag alles um Bücher und „quergelesen“, die Büchersendung für Kinder und Jugendliche, die der RBB für den Kinderkanal KI.KA produziert.

Neben kurzen Filmbeiträgen über Neuerscheinungen und Buchtipps des Moderators stellen in jeder Sendung Kinder und Jugendliche ihre Lieblingsbücher vor. Genau das machten die Schüler nun live vor der Kamera im ARD-Infocenter. Marlene wollte eigentlich anfangen, traute sich dann aber nicht. Nicole setzte sich als Erste auf das kleine blaue Podium und erzählte, worum es in dem Buch „Tintenherz“ von Cornelia Funke geht. Izchak berichtete über „Die Gebrüder Löwenherz“ von Astrid Lindgren, Borris über „Ein Detektiv auf vier Pfoten“ von Jenny Dale.

Die Schüler haben sich im Deutschunterricht auf den Auftritt vorbereitet. „Die Gelegenheit, das, was sie sich erarbeitet haben, öffentlich zu präsentieren, motivierte ungemein“, sagte die Deutschlehrerin. Nach einer kleinen Pause nahm endlich Jonathan Stroud auf dem Podium Platz, neben ihm der Schauspieler Florian Fischer, der ins Deutsche übersetzte. Stroud las einige Passagen aus seinem neuen Buch „Valley“ über die Abenteuer zweier Jugendlicher in einem mysteriösen Tal vor. Ronja wollte danach von Stroud wissen, wie er Schriftsteller geworden ist. „Ich habe schon als Kind Geschichten geschrieben, auch Comics und Tagebuch“, sagte der 39-Jährige, der mit seiner Frau und zwei Kindern in der Nähe von London lebt. Julian interessierte, wie er auf seine Ideen kommt. Fündig wird der Autor bei alltäglichen Dingen, auf Plätzen, in seiner Umgebung, in Gesprächen mit Leuten und in Träumen. Borris fragte, wie lange er an „Valley“ gearbeitet hat. „Zwei Jahre, dabei habe ich es dreimal umgeschrieben“, sagte Stroud. Nachdem ihn seine Fans ausgiebig gelöchert hatten, ließen sie ihn erst gehen, nachdem er ihnen allen ein Autogramm gegeben hatte.

„quergelesen on tour“ findet viermal im Jahr im ARD-Infocenter in der Wilhelmstraße Ecke Reichstagufer statt. Schulklassen der Stufe vier bis sechs können kostenlos teilnehmen. Zudem gibt es das Programm „Infocenter macht Schule“, bei dem Schüler zum Beispiel Musikunterricht mit Mitarbeitern des Senders Radio Fritz erleben können. Am 30. April geht es um Sport. Schulen können sich bewerben. Infos unter Tel. 22 88 11 10, www.ard-infocenter.de

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