Bildung : Festrede als Abrechnung mit Minister

Potsdams Elite-Schule, das Helmholtz-Gymnasium, geht auf Konfrontationskurs zur Bildungspolitik des Landes Brandenburg. In der Festrede zu seinem 60. Geburtstag attackierte Schulleiter Dieter Rauchfuß Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD).

Jan Brunzlow

PostdamRupprecht, der bis vor drei Jahren Schulleiter des konkurrierenden Humboldt-Gymnasiums war, hat sowohl den Antrag auf Einrichtung einer Ganztagsschule sowie auf Einrichtung eines der sechs landesweiten Leistungsstützpunkte am Helmholtz- Gymnasium abgelehnt.
„Dieser Fehler ist kaum zu korrigieren. Und wenn, dann nur mit einem großen Gesichtsverlust“, sagte Rauchfuß in Anwesenheit des Ministers. Pikant daran: Der Begabtenstützpunkt wurde ausgerechnet an Rupprechts ehemaliger Schule eingerichtet, die er im Herbst 2004 in Richtung Ministerposten verließ.

Rauchfuß kritisierte zudem die Haltung Rupprechts zu Privatschulen im Land. Eltern müssten immer mehr für die Bildung bezahlen, obwohl dies eine staatliche Aufgabe sei. „Und wenn schon Privatschule, dann wenigstens ein fairer Wettbewerb“, so Rauchfuß. Dazu gehöre, dass man Schulen Angebote wie Ganztagsbetreuung nicht verwehre. Faktisch jede Privatschule kann in Brandenburg Ganztagseinrichtung werden. Während andere Schulen immer wieder Geld aus dem entsprechenden Bundesprogramm bekämen, „müssen wir Eltern bitten, ein Sprachenlabor einzurichten“. Selbst die Stadt hat seit fünf Jahren trotz politischen Beschlusses Sanierung und Ausbau der angesehenen Einrichtung immer wieder verschoben. Derzeit wird erneut geprüft, ob das Gymnasium für 15 Millionen Euro ausgebaut werden könnte. Vor 2011 rechnet keiner damit.

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