Schule : Das Salz muss weg

Beim Frühjahrsputz am Auto kann man vieles selbst erledigen. Aber manchmal sollte doch ein Fachmann ran

Waltraud Hennig-Krebs

Schnee und Eis dürften sich aus unseren Breiten allmählich verabschieden. Doch die kalte Jahreszeit hat vielerorts ihre Spuren hinterlassen. Schmutz und Salzreste zum Beispiel verunstalten so manches Autokleid. Bevor es auf große Fahrt in den Frühling geht, raten die Experten der Automobilclubs und des Zentralverbandes des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) den Autos eine ausführliche Frühjahrs-Kur zu gönnen. Doch nicht alles solle man selbst machen. Mitunter sei das Know-how eines Fachmanns gefragt.

KAROSSERIE

Salz und Schmutz sind die typischen Überbleibsel des Winters, die sich an der Karosserie ablagern. Sie sollten gründlich abgewaschen werden, damit sie auf Dauer nicht am Lack nagen. Außerdem sollten Kratzer im Lack gleich ausgebessert werden, sonst bildet sich unter Umständen Rost. Am einfachsten und besten funktioniert die Säuberung in einer guten Waschanlage. Denn diese reinigt mit viel mehr Wasser, als man bei einer Handwäsche üblicherweise zur Verfügung hat. Die Firma Car Royal bietet in Berlin jetzt einen besonderen Service: Die Reinigung von Hand, die besonders gründlich sein soll. Länger gepflegt bleibt das Auto, wenn die Karosserie anschließend mit einer Wachspolitur geschützt wird.

UNTERBODEN

Auch der Unterboden sollte bei einer gründlichen Reinigung nicht vergessen werden, da sich dort in der Regel ein großer Teil salziger Reste ablagert. Auch hierzu ist ein Besuch in der Waschanlage ratsam. Nicht zu empfehlen ist das eigenhändige Säubern des Unterbodens mit einem Hochdruckreiniger. Denn mit dem harten Strahl kann der Unterbodenschutz beschädigt werden. Und wenn das Wasser die Schutzschicht nur leicht ablöst, ist das auf den ersten Blick nicht zu erkennen. Wer sicher gehen will, stellt seinen Wagen auf die Hebebühne bei einem Fachmann und lässt ihn den Unterboden kontrollieren. Der Rostschutz ist zwar heute weit besser als früher, doch können bei einer solchen Sichtkontrolle schnell so genannte Rostnester erkannt werden.

REIFEN

Viele Autofahrer reinigen die Räder ihres Wagens mit einem Hochdruckstrahler bevor sie in die Waschanlage fahren. Die Empfehlung der Fachleute lautet, den Dampfstrahler mindestens einen halben Meter vom Gummi entfernt zu halten. Denn Untersuchungen der Dekra haben ergeben, dass ein scharfer Wasserstrahl aus vier Zentimeter Abstand auf einen bestimmten Punkt gerichtet, in nur fünf Sekunden zu erheblichen Beschädigungen des Reifens führt.

Winterreifen sollten keinesfalls zu früh gewechselt werden. Als Faustregel empfiehlt der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes: Von O bis O. Das heißt, von Ostern bis Oktober ist die Zeit der Sommerreifen. Diese Regel ist allerdings auch abhängig von der Region und der konkreten Wettersituation. In den Bergen oder bei einer späten Frostperiode verlängert sich die Zeit für die Winterbereifung.

Wer seine Reifen nicht in einem Fachbetrieb einlagern lässt, sollte darauf achten, dass sie kühl, trocken und dunkel lagern. Kompletträder müssen aufgehängt oder gestapelt werden. Auf der Lauffläche sollten sie nicht stehen, da sich sonst Druckstellen bilden können. Reifen ohne Felgen sind eine Ausnahme. Sie werden stehend gelagert (s. auch Artikel rechts). Sie sollten aber etwa alle vier Wochen gedreht werden. Bevor man die Reifen einlagert, gilt es, die Profiltiefe zu prüfen. Der Gesetzgeber schreibt zwar lediglich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Winterreifen sollten aber mindestens vier Millimeter Profil besitzen, raten Experten. Ansonsten leide die Sicherheit erheblich.

WISCHBLÄTTER

Wer seine Wischblätter unfreiwillig als Eiskratzer eingesetzt hat und jetzt feststellt, dass mehr als drei Schmutzstreifen im direkten Sichtfeld des Fahrers bleiben, muss sie erneuern. Erforderlich ist das auch, wenn nach dem Wischen Wasserflächen, so genannte „Rattermarken“ zurückbleiben oder sich ein Schleier bildet.

INNENRAUM

Bei modernen Autos mit Kunststoff-, Leder- oder Holzverkleidung sollte man die vom Hersteller empfohlenen Reiniger verwenden. Billigprodukte können zur Folge haben, dass sich die Kunststoffteile verhärten, was fatale Folgen für die Funktionstüchtigkeit der Airbag-Abdeckungen haben kann. Zur Reinigung des Innenraums eignen sich die traditionellen Mittel am besten: Warmes Wasser mit einem Spülmittel und ein Haushaltstuch. Auch die Innenscheiben werden mit den im Haushalt üblichen Reinigern geputzt.

MOTOR

Von einer selbst durchgeführten Motorwäsche raten Experten einhellig ab. Ein falsch gehaltener Hochdruckstrahler kann gerade bei der empflindlichen Elektronik schnell Schäden anrichten. Die Reinigung des Motorraums sollte von Fachleuten durchgeführt werden.

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