Hochschulpolitik : Die HU stellt sich für die Zukunft auf

Die Humboldt-Universität hat zwei Kandidaten für die Wahl der Vizepräsidenten nominiert. Es sind keine Überraschungen zu erwarten.

Erwartungsgemäß entschied sich die Findungskommission für die amtierenden Vizepräsidenten: für Uwe Jens Nagel von der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät und für den Chemiker Michael Linscheid. Das gab HU-Präsident Christoph Markschies am Dienstag im Akademischen Senat (AS) der Hochschule bekannt. Die Kandidaten sollen im Wahlgremium der Uni, dem Konzil, am 5. Februar angehört werden. Am 12. Februar findet die Wahl statt. Markschies, der selbst Mitglied der Findungskommission war, bedauerte es, dass „trotz sehr intensiver Bemühungen“ weder innerhalb noch außerhalb Berlins eine Frau gefunden werden konnte, die kandidieren wollte.

Die Neuwahl von zwei der drei Vizepräsidenten der HU war nötig geworden, nachdem der Vizepräsident für Forschung, Hans Jürgen Prömel, im Herbst als Präsident an die TU Darmstadt gewechselt war. Die Stelle des Vizepräsidenten für Studium und Internationales war vakant geworden, nachdem der Nachfolger der zurückgetretenen Juristin Susanne Baer, der Jenaer Germanist Stefan Matuschek, das Amt bald nach seiner Wahl vor einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen niederlegen musste.

Der AS hat sich nun auch mit dem Präsidium über die Arbeitsgruppen verständigt, die die Zukunft der HU in Wissenschaft, Lehre und Organisation entwerfen sollen. Der Präsident und das Kuratorium der Uni wünschen sich die Umsetzung des im Elitewettbewerb gescheiterten Zukunftskonzepts, während die Basis der HU darauf drängt, das Konzept gründlich zu überarbeiten – auch weil die Finanzierung schwierig erscheint. Vor drei Wochen hatte der AS den Präsidenten dann mit einem Antrag abblitzen lassen, in dem dieser seine Wunschkandidaten für die Arbeit an dem Konzept genannt hatte.

In dem am Dienstag einhellig im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beschlossenen Antrag sind nun auch zusätzlich Wünsche des AS berücksichtigt. Der AG „Governance“ etwa, die Reformen der Leitungs- und Organisationsstrukturen der HU vorschlagen soll, gehören nun auch zwei im AS oft als Kritiker des Präsidenten auftretende Professoren an: der Mathematiker Andreas Griewank und die Juristin Rosemarie Will. Der Einladung des Präsidenten in die AG nicht gefolgt sind der Jurist Hans Meyer und Jutta Allmendinger, die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin. Die Arbeitsgruppen sollen ihre Ergebnisse am 30. Juni dem AS bekannt geben. akü

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