Interkulturelle Bildung : Schule für saudische Kinder soll die Politik befassen

Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf soll offenbar eine größere Schule für Kinder saudischer Staatsangehöriger entstehen. Das Königreich Saudi-Arabien verhandelt angeblich mit dem Liegenschaftsfonds über den Kauf eines Grundstücks in Charlottenburg.

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Foto: dpaAFP

Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf soll offenbar eine größere Schule für Kinder saudischer Staatsangehöriger entstehen. Das Königreich Saudi-Arabien verhandelt angeblich mit dem Liegenschaftsfonds über den Kauf eines Grundstücks in Charlottenburg. Schulprojekte des Königreichs Saudi-Arabien gelten als sensibel, der Verfassungsschutz könnte sich nach Erfahrungen mit einer saudischen Privatakademie in Bonn dafür interessieren. Vom Liegenschaftsfonds ist deshalb kein Kommentar zu den Gesprächen zu bekommen. Der Vermögensausschuss des Abgeordnetenhauses wird sich vermutlich mit dem Grundstücksgeschäft befassen. Dort aber waren die saudischen Kaufabsichten noch nicht bekannt.

Das Interesse des Königreichs an einer größeren Privatschule in Berlin ist seit Jahren immer mal wieder Thema in der Bezirkspolitik gewesen. Derzeit gibt es am Fürstenbrunner Weg eine Zweigstelle der Bonner König-Fahd-Akademie. Das ist eine Ergänzungsschule, die vor Jahren wegen islamistischer Tendenz einiger Lehrer die Politik beschäftigt hat. Über die Berliner Dependance heißt es im Internet, die Schüler lernten Arabisch, Religion, Mathematik und andere Fächer und sollten „in kürzen“ (sic!) auch im ersten Schuljahr Deutsch lernen.

Die Grünen-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung hat vor Jahren eine Überprüfung der Schüler dieser und anderer Ergänzungsschulen verlangt. Der Besuch einer Ergänzungsschule führt nämlich nicht zu einer Befreiung von der Schulpflicht. Anlass war der Verdacht, dass sich arabische Schüler durch den Besuch der König-Fahd-Akademie der Schulpflicht entzögen. 2005 stellte das Verwaltungsgericht klar, dass der Besuch der König-Fahd-Akademie nicht von der Schulpflicht befreit. Ein Sprecher der Senatsschulverwaltung stellte klar, dass auch an Privatschulen der Unterricht auf Deutsch stattfinden müsse. wvb.

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