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Jüdische Gemeinde : Jeder zweite Lehrer streikte

Lehrer der Jüdischen Gemeinde wollen einen Tarifvertrag. Darum fällt an zwei Tagen Unterricht aus. An diesem Dienstag ging es los.

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Die GEW hat Übung darin, Warnstreiks zu organisieren - wie hier im vergangenen Jahr.
Die GEW hat Übung darin, Warnstreiks zu organisieren - wie hier im vergangenen Jahr.Foto: Thilo Rückeis

Die Schulen der Jüdischen Gemeinde kommen nicht zur Ruhe: Nach den beiden Warnstreiks im Jahr 2013 hat die GEW die Beschäftigten zu zwei ganztätigen Streiks an diesem und nächstem Dienstag aufgefordert. Als Grund nennt der GEW-Tarifexperte Udo Mertens die Weigerung des Gemeindevorsitzenden Gideon Joffe, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Die Jüdische Gemeinde wollte dazu offiziell nicht Stellung nehmen. Allerdings äußerten Schülervertreter die Sorge, dass Lehrer ihre Schule verlassen werden, wenn Joffe sich weiterhin den Verhandlungen verweigere. Laut GEW beteiligte sich rund die Hälfte der 60 Lehrer am Streik.

Die GEW fordert "Verlässlichkeit"

Laut Mertens hatte der Warnstreik 2014 bewirkt, dass es Gehaltserhöhungen gab, allerdings in sehr unterschiedlicher Höhe. Zudem habe der Vorstand diese Zahlungen als „freiwillige Leistungen“ deklariert. Dies biete – anders als ein Tarifvertrag – keine Verlässlichkeit.

Dem Vernehmen nach hat der Vorstand in Aussicht gestellt, dass die höheren Zahlungen künftig einen verbindlicheren Charakter bekommen. Das reicht der GEW nicht. Die Gewerkschaft wolle den Tarifvertrag nur, um auf dieser Grundlage auch mit anderen freien Trägern verhandeln zu können, die ebenfalls noch keinen Tarifvertrag haben, wird in der Gemeinde gemutmaßt. Das weist die GEW mit Hinweis auf bereits existierende Tarifverträge - etwa mit der Evangelischen Kirche - von sich.

Die Gemeinde spricht von "guten Arbeitsbedingungen"

Die Unzufriedenheit unter den Gemeindelehrern wurde in der Vergangenheit dadurch genährt, dass es seit 2002 keine Gehaltserhöhungen gegeben hatte. Dennoch habe es kaum Fluktuation bei den Mitarbeitern gegeben, kolportiert die Gemeinde. Dies deute doch darauf hin, dass es – durch kleine Klassen und viele Feiertage – gute Arbeitsbedingungen am Jüdischen Gymnasium und an der Heinz-Galinski-Schule gebe.

„Die Bezahlung der Lehrkräfte an den Jüdischen Schulen ist intransparent und von Willkür geprägt. Seit dem ersten Warnstreik am 20. Januar 2014 erhalten einige Kolleginnen und Kollegen Zulagen, andere nicht. Selbst diese Beschäftigten sind noch immer schlechter bezahlt als vergleichbare Lehrkräfte im Land Berlin. Wir fordern verlässliche und rechtssichere Regelungen für alle Beschäftigten in einem Tarifvertrag,“ bekräftigte Mertens am Dienstag.

 

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