Schule : Kinder sichern – immer und ohne Ausnahmen

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DER SICHERHEITSTIPP

Mit Kindern auf großer Fahrt zu sein, das ist nicht immer ein Vergnügen. Und wenn es dann auch noch heiß ist, den Eltern schon der Schweiß von der Stirn rinnt und das Fahrzeug leider noch nicht mit einer Klimaanlage ausgestattet ist, dann neigt man leicht dazu, den hinten sitzenden und oft nörgelnden jüngeren Passagieren die Fahrt zu „erleichtern“, in dem man ihrem Bewegungsdrang Raum gibt. Das bedeutet in der Praxis viel zu oft, dass man ihnen erlaubt, die Sicherheitsgurte zu lockern oder ganz zu öffnen und vielleicht sogar den Kindersitz zu verlassen.

So verständlich dieses Verhalten auf den ersten Blick sein mag – es ist falsch. Denn man bringt die Kinder damit in größte Gefahr. Zwar hat man danach ein wenig mehr Ruhe auf der Hinterbank – aber ruhigen Gewissens weiterfahren kann man jetzt eigentlich nicht mehr. Denn die mit solchen Erleichterungen verbundenen Risiken sind einfach zu groß. Der Innenraum eines Autos ist für Kinder nun einmal sehr gefährlich – gefährlicher sogar als die Straße, wie Unfallstatistiken immer wieder bestätigen. Deshalb sollte man Kinder im Auto optimal sichern – und zwar bei jeder Fahrt. Und wer Kindern auf großen Reisen wirkliche Erleichterung verschaffen will, der sollte eben mehrere längere Pausen einplanen.

Wer Kinder im Auto sichert, sollte das auch richtig tun. Sicherheitsexperten bemängeln immer wieder, dass bei fast zwei Dritteln aller in Kindersitzen gesicherten Kinder teilweise gravierende Fehler beim Einbau der Sitze und beim Angurten gemacht werden. Das aber bedeutet, dass die erhoffte Schutzwirkung im Falle eines Unfalls nicht erreicht wird, im Gegenteil: Kinder, die falsch gesichert sind, werden bei Unfällen möglicherweise erheblich verletzt.

Da werden Sitze zu locker eingebaut, die Gurte nicht fest genug angezogen, die Gurtschlösser zu hoch positioniert oder die Schultergurte gar unter den Armen der Kinder hindurch geführt. Über die Risiken und die potentiellen Folgen solcher Fehler sind sich allerdings die wenigsten Eltern klar. Viele glauben, dass sie die Sicherheit ihrer Kinder nur unwesentlich beeinflussen - das ist eine gefährliche Fehleinschätzung. Denn sie setzen die Gesundheit ihrer Kinder damit geradezu leichtfertig aufs Spiel.

Eltern, die ihre Kinder optimal schützen wollen, sollten nicht nur an die jüngsten Mitfahrer denken sondern auch an die bereits älteren Kinder. Denn die Praxis zeigt, dass Kinder von ihren Eltern umso schlechter gesichert werden, je älter sie sind. Im Stadtverkehr werden fast alle Kinder bis zum vollendeten fünften Lebensjahr mit einer Babyliegeschale oder einem Kindersitz gesichert, bei den sechs- bis zwölfjährigen Kindern fällt die Bilanz jedoch bereits ganz anders aus: nur noch ein Drittel der Kinder wir auf einer Sitzerhöhung gesichert, zwei Drittel werden bereits mit dem Erwachsenengurt angeschnallt. Das ist zwar besser, als die Kinder überhaupt nicht zu sichern, bedeutet aber schon im Stadtverkehr ein erhebliches Sicherheits- und Verletzungsrisiko. Denn der keinesfalls kindgerechte Verlauf des Erwachsenengurts kann bei einem Unfall zu Quetschungen im Bauchraum führen oder dem Kind gar die Luft abdrücken. Deshalb sollten auch Kinder unter zwölf Jahren, die kleiner als 1,50 Meter sind, immer mit einem geeigneten Kindersitz gesichert werden. ivd

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