Kinderbetreuung in öffentlichen Kitas : Am Donnerstag streiken die Erzieher in Berlin

Die GEW hat Erzieher und Sozialarbeiter zum Warnstreik aufgerufen. Öffentliche Kitas und Horte sind betroffen. Eltern müssen mit Notbetreuung rechnen.

Wo sind die Erzieher? In vielen Kitas ist das Personal knapp.
Wo sind die Erzieher? In vielen Kitas ist das Personal knapp.Foto: dpa

Mit Einschränkungen bei der Betreuung ihrer Kinder müssen Eltern am Donnerstag rechnen: Die Gewerkschaften Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi haben Erzieherinnen und Sozialarbeiter zu einem Warnstreik aufgerufen. Auch die Jugendämter sind betroffen. Es geht um die Bezahlung von rund 13.000 Beschäftigten.

In Berlin verdienen diese Berufsgruppen laut GEW etwa 430 bis 540 Euro pro Monat weniger als in den meisten anderen Bundesländern, die nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) bezahlen. In Berlin gilt der Tarifvertrag der Länder (TdL). Die erste Runde der Verhandlungen blieb am vergangenen Mittwoch ohne Ergebnis.

Es geht um viel Geld

Angesichts des gravierenden Erziehermangels hatte sich die rot-rot-grüne Koalition bereits darauf verständigt, die Bezahlung zu verbessern. Andernfalls droht eine Abwanderung dieser Berufsgruppen etwa nach Brandenburg, das nach TVöD bezahlt. Unklar ist aber, ob Berlin sich in der TdL damit durchsetzen kann, denn auch Länder wie Bremen und Thüringen bezahlen laut GEW nach TdL und wären somit davon betroffen, wenn die Erzieher- und Sozialarbeitergehälter erhöht werden. Allein in Berlin dürfte es um rund 50 Millionen Euro gehen, die zusammenkämen, wenn Berlin an das TVöD-Niveau anschließen würde.

„Es kann sein, dass ganze Kitas und Horte geschlossen sein werden“, sagte die GEW-Vorsitzende Doreen Siebernik. In diesem Fall würden nur Notbetreuungen angeboten. Dies beträfe neben den Kita-Eigenbetrieben auch jene Horte, die in öffentlicher Hand sind. Siebernik rechnet damit, dass „ein paar tausend Beschäftigte“ an dem Warnstreik teilnehmen werden. Die zweite Runde der Tarifverhandlungen findet am 30./31. Januar in Potsdam statt.

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