Schule : Klimaschutz beginnt auf der Straße

Spritsparen ist eine leichte Übung – nicht nur mit einem neuen Fahrzeug

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Autofahrer können mit einer sparsamen Fahrweise sowie mit der richtigen Modellwahl schon beim Autokauf ihren Teil zum Klimaschutz beitragen. „Man kann als Einzelner sehr viel erreichen“, sagte Almut Gaude vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Dies gelte selbst dann, wenn es sich um ein Modell mit höherem Spritverbrauch handelt, das mehr Kohlendioxid (CO2) ausstößt, als es die jetzt diskutierten EU-Grenzwerte vorsehen. EU- Umweltkommissar Stavros Dimas will aus Klimaschutzgründen für Neuwagen bis zum Jahr 2012 eine durchschnittliche Höchstgrenze von 120 Gramm CO2 pro Kilometer durchsetzen. Gegen dieses Vorhaben wehrt sich die Autoindustrie heftig – nicht zuletzt deshalb, weil derzeit kaum ein Neuwagen den Wert erreicht. Einem Bericht des Umweltkommissars zufolge liegt der Durchschnittswert bei knapp 160 Gramm.

Laut Gaude haben es aber auch die Autofahrer in der Hand, etwas für die Umwelt zu tun: „Das Bundesumweltministerium hat ausgerechnet, dass jährlich fünf Millionen Tonnen CO2 eingespart werden könnten, wenn jeder Autofahrer spritsparend fahren würde.“ Mehr als 100 Millionen Tonnen CO2 werden nach Angaben von Gerd Lottsiepen, dem Verkehrspolitischen Sprecher des VCD, jährlich von Pkw ausgestoßen. „20 Prozent davon ließen sich locker an Einsparung erreichen. Das ist eine ganz leichte Übung.“ Almut Gaude empfiehlt vor allem, kontrolliert mit dem Gas umzugehen: „Niedrigtourig zu fahren, ist das A und O einer umweltfreundlichen Fahrweise.“ Durch geringe Drehzahlen ließen sich bis zu 30 Prozent sparen. Beim Anfahren sollte zügig beschleunigt und schnell hochgeschaltet werden. Anschließend gilt es, vorausschauend mit konstantem Tempo zu fahren. Auf Landstraßen rät Gaude zu einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, auf Autobahnen von 120 km/h. Bei längerem Halt sei der Motor auszuschalten.

Sprit sparen und den CO2-Ausstoß verringern lässt sich auch dadurch, dass stromintensive Geräte im Auto ausgeschaltet werden. Allein das Fahren mit permanent laufender Klimaanlage erhöht den Spritverbrauch laut Gaude um 1,8 Liter auf 100 Kilometer.

Die Verbrauchs- und Emissionswerte sollten aber auch beim Kauf eine Rolle spielen. Je höher der Spritverbrauch und die ausgestoßenen Mengen an CO2 sind, desto nachteiliger wirke sich das auf die Umwelt und in Zukunft auch auf die Kosten aus, sagte Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH). „Fahrzeuge, die nicht verbrauchsgünstig und sauber sind, werden richtig teuer werden“, sagt Resch voraus.

Die diskutierten CO2-Obergrenzen sind Resch zufolge nur ein erster Schritt: „Es wird eine radikale Neuregelung der Kfz-Steuern geben.“ Er gehe davon aus, dass Fahrzeuge in Zukunft nicht mehr wie bisher nach Hubraum und Schadstoffausstoß, sondern verbrauchsabhängig besteuert werden. „Wenn ich ein effizientes Fahrzeug kaufe, werde ich in jedem Fall Vorteile haben.“ Allerdings müsse dieses auch sauber sein. Ein ohnehin verbrauchsgünstigerer Diesel sollte daher auch über einen geregelten Rußpartikelfilter verfügen. Wer sich für ein neuen Diesel interessiert, sollte mit dem Kauf warten, bis die „Bluetec“-Technologie zur Abgasreinigung in Deutschland angeboten wird. Die Filter verringern neben den Rußpartikeln auch Stickoxide im Abgas. Laut Resch müssen Dieselfahrer ohne Stickoxid-Nachbehandlung von 2010 an in ausgewiesenen Umweltzonen mit Fahrverboten rechnen. Für die Beurteilung von Verbrauchs- und Umwelteigenschaften neuer Modelle rät Resch, auf die ausgewiesenen Daten zu achten. Händler müssen den Durchschnittsverbrauch und den CO2-Ausstoß angeben.

Der größte Nutzen ergebe sich laut Gaude jedoch dadurch, dass zumindest für Kurzstrecken öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad genutzt werden: „Direkt nach dem Start verbraucht ein kalter Motor 30 bis 40 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer. Erst nach vier Kilometern hat sich der Verbrauch normalisiert.“ gms

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