Kurz vor ACHT : Die große Hitzefreiheit

Es ist immer schön zu sehen, wie die viel beschworene Eigenständigkeit der Schulen so in der Praxis umgesetzt wird. Angesichts der aktuellen Wetterlage bietet sich das Beispiel „Hitzefrei“ an. Dank der Eigenständigkeit dürfen die Schulleiter jetzt ja selbst entscheiden, was sie für zumutbar, praktikabel und sinnvoll halten.

Eine Spielart, die von den Eltern geschätzt wird, sind die Kurzstunden: Die Kinder haben dann statt 45 nur 30 Minuten pro Fach. Das hat den Vorteil, dass kein Fach ganz ausfällt und die Schüler trotzdem früher Schluss haben.

Dann stellt sich allerdings die Frage: Wohin mit den Kindern, die bis 13.45 Uhr betreut werden müssten. Manche Schulen legen den Eltern nahe, die Kinder früher abzuholen. Andere entscheiden, dass die Erzieher ab 11.30 Uhr Programm machen sollen.

Auch diese Lösung hat so seine Nachteile. „Wir machen kein Hitzefrei. Es geht doch nicht, dass die Erzieher dann mit allen Kindern allein gelassen werden“, begründet die Kreuzberger Zille- Grundschule ihre Entscheidung, die Lehrer nicht vorzeitig nach Hause zu lassen.

Dann gibt es aber auch Schulen, die machen sich all diese Probleme gar nicht. Sie haben zwar schon am Freitag entschieden, dass diesen Montag Hitzefrei ist – wozu gibt es den Wetterbericht! – , aber der Vorlauf wird keineswegs dafür genutzt, Kurzstunden zu organisieren. Dann werden die Kinder eben nach den Doppelstunden Kunst und Musik nach Hause geschickt. Mathematik und Englisch in den Stunden 5 und 6 fallen aus.

Tja, schön ist das mit der Eigenverantwortung. Man kann sich richtig ausleben. Schade nur, dass manche Schulleiter „vergessen“, die Hitzefrei-Stunden aufzuschreiben. Die müssten nämlich eigentlich von den Kollegen nachgearbeitet werden, um den Unterrichtsausfall zu reduzieren. Der Landesrechnungshof sieht hier noch Verbesserungspotenzial. sve

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