Kurz vor ACHT : Bedürfnis nach Mixgetränken

Wir erinnern uns: Zu den vielen Themen, die Berlins Schulen im auslaufenden Jahr beschäftigten, gehörte die Debatte um „Teach First“ – ein Programm, bei dem erfolgreiche junge Hochschulabsolventen zeitweise an Schulen eingesetzt werden. Sie sollen vor allem Kinder mit schlechten Startchancen fördern. Die Mehrzahl der Personalräte akzeptierte, dass diese sogenannten Fellows aus den Vertretungsmitteln der Schulen bezahlt werden sollten. Andere stellten sich quer: Sie waren unzufrieden, weil die Fellows für zwei Jahre angestellt werden, während die Vertretungslehrer mit kürzeren Befristungen leben müssen.

Inzwischen sind rund drei Monate vergangen – Zeit für ein Update. Und das sieht so aus: 24 Schulen haben einen Fellow bekommen, darunter vor allem Schulen in sozialen Brennpunkten. Das geht aus einer Kleinen Anfrage des Abgeordneten Özcan Mutlu (Grüne) hervor. Zu den sieben Schulen, die wegen der Gegenwehr des Personalrates leer ausgingen, gehört auch die Kreuzberger Zelter-Hauptschule. Sie hatte sich ja, wie der Tagesspiegel berichtete, lautstark gegen den Personalrat gewehrt und musste sich nun auf einer Personalversammlung anhören, dass „Teach First“ als unternehmensnah zu verteufeln sei.

Nach stundenlanger Gehirnwäsche beschreibt Rektor Robert Hasse die Lage so: „Auszuhalten war das für geistig normale Menschen nicht mehr. Wir ergriffen die Flucht und hatten das unausgesprochene Kollektivbedürfnis nach Mixgetränken, auf dass wir vergessen können.“ sve

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