Schule : CDU will Sprachklassen für Migranten

Die CDU lehnt die von SPD und Linkspartei geplante Reform des Berliner Schulwesens ab. Zu den Vorschlägen der Union zählt auch die Wiedereinführung von Ausländerförderklassen.

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Das „ideenlose Nebeneinandersetzen von Schülern in den Sekundar- oder Gemeinschaftsschulen“ werde die Situation nicht verbessern, warnte am Dienstag CDU-Bildungsexperte Sascha Steuer. Stattdessen plädiert er für „durchlässige Bildungsgänge“ innerhalb einer „Kooperativen Oberschule“, wie die CDU ihre Alternative zur Sekundarschule nennt. Das entspräche dem sächsischen Modell, bei dem Haupt- und Realschüler zwar unter einem Dach, aber in getrennten Klassen unterrichtet werden.

Das ist aber noch nicht alles. Steuer präsentierte eine lange Liste mit weiteren Vorschlägen, die die „Rahmenbedingungen“ verbessern sollen. Dazu gehört die Wiedereinführung von Ausländerförderklassen, die es bereits bis 2004 gab. Bei der CDU heißen sie „Sprachförderklassen“: Wer den Deutschtest vor Schuleintritt nicht besteht, soll – maximal für ein Jahr – zum Besuch einer solchen Klasse verpflichtet werden. Weitere Forderungen betreffen eine „Unterrichtsgarantie“ gemäß Stundenplan, die Abschaffung der Bedarfsprüfung für Hortplätze, die Vereinfachung von Rückstellungen bei der Einschulung, Wahlfreiheit zwischen Ethik und Religionsunterricht, Aufhebung des Zwangs zum Jahrgangsübergreifenden Lernen in der Grundschule (JüL), die Wiedereinführung der Lernmittelfreiheit, die finanzielle Absicherung der Schulen in Freier Trägerschaft durch ein neues Berechnungsmodell und 100 zusätzliche Lehrer für diese Praxisklassen. Schließlich sollen die Schulen ihre Schüler aussuchen können, wenn es mehr Anmeldungen als Plätze gibt. Rot-Rot plant, dass 30 Prozent dieser Plätze bei Übernachfrage verlost werden.

Wie berichtet, soll der Schulausschuss am Donnerstag über die Änderungsanträge der Opposition abstimmen. Steuer betonte, dass sich „alle Fraktionen über die Auflösung der bisherigen Schulstruktur mit ihren sieben Schulformen – darunter die Hauptschule“ einig seien. Allerdings unterschieden sich die Vorstellungen darüber, wie die Alternative aussehen solle. Susanne Vieth-Entus

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