Schulstudie und Infos zum Rollbergviertel : Otto Normalschüler gibt es kaum noch

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SEGREGATION AN SCHULEN

Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen hat festgestellt, dass die Segregation in deutschen Schulen zunimmt. Als segregiert oder entmischt gilt eine Schule, wenn mehr als die Hälfte der Schüler einen Migrationshintergrund hat. In den Großstädten besuchen 70 Prozent der Grundschüler mit ausländischen Wurzeln eine solche Schule – mit fatalen Folgen. Diese Schüler kommen oft aus sozial schwachen Familien, in denen wenig Deutsch gesprochen wird. Wenn sie unter sich bleiben, schaffen sie es selten auf ein Gymnasium und haben kaum Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Die Forscher raten, die Entmischung zu akzeptieren und die entmischten Schulen deutlich zu stärken – finanziell, personell und mit neuen pädagogischen Konzepten. „Die schwächsten Schüler brauchen die stärksten Schulen.“

DAS ROLLBERGVIERTEL 

Der Kiez mit seinen heute 5300 Bewohnern hatte schon immer einen schlechten Ruf, sagt Gilles Duhem. In den 1930er Jahren lebten hier Arbeiter und kleine Angestellte. In den 70er Jahren wurden die Häuser abgerissen, in die neue Siedlung zogen Gastarbeiter, später palästinensische Flüchtlingsclans. In den 90er Jahren war das Viertel verwahrlost, es gab Drogen und Mord. Durch Polizeikontrollen, Kameras und konsequente Strafanzeigen habe man den öffentlichen Raum zurückerobert, sagt Duhem. Jetzt ziehen junge Leute hierher, die arbeiten. „Die Jugendlichen sehen auf einmal junge, gebildete Europäer. Das verändert die Wahrnehmung und somit auch Werte. Vorher sahen sie nur Senioren oder Penner. „Ein Junge hat mal gesagt, Deutsche erkennt man an ihrem Rollator.“ clk

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