Tag der Talente : Elite von morgen trifft sich in Berlin

Zum Tag der Talente trafen sich die 300 Gewinner bundesweiter Schülerwettbewerbe in Berlin. In Workshops gründeten die Jugendliche ihren eigenen Fantasiestaat und diskutierten über Vorurteile zwischen Ost und West.

Sandra Lukosek
Abschluss des Tags der Talente im Tipi. Die 300 geladenen Jugendlichen sind Preisträger bundesweiter Schülerwettbewerbe. Staatssekretär Thomas Rachel würdigte in seiner Rede die herausragenden Leistungen und Begabungen der 12- bis 20-Jährigen.Alle Bilder anzeigen
Foto: BMBF
20.09.2010 18:55Abschluss des Tags der Talente im Tipi. Die 300 geladenen Jugendlichen sind Preisträger bundesweiter Schülerwettbewerbe....

Kristina, 14, bildete bereits als Kleinkind Quersummen. Vico, 11, ist preisgekrönter Filmemacher. Philipp, 20, spricht fließend Chinesisch. Das Trio gehört zu den 300 Jugendlichen, die am vergangenen Wochenende zum "Tag der Talente 2010" nach Berlin kamen. Bildungsministerin Dr. Annette Schavan (CDU) hatte sie eingeladen, um ihre Leistungen aus Schülerwettbewerben wie der Mathematikolympiade, dem Filmfestival "Up and Coming" und dem "Bundeswettbewerb Fremdsprachen" zu würdigen.

Neben einem abendlichen Festakt und der Führung durch den Reichstag durften die cleveren Jugendlichen an einem von 17 Workshops teilnehmen. Die 19-jährige Anna Börger aus Münster, Gewinnerin des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten, entschied sich für den Workshop "Zeitgeschichte". Der ehemalige DDR-Bürger und Geschichtsprofessor Rainer Eckert berichtete aus seiner Biografie und ließ die Teilnehmer anschließend diskutieren. "Die Mauer ist auch in meiner Generation noch in den Köpfen", sagt Anna Börger. Noch heute ließe sich anhand von Kleidung und Dialekt feststellen, wer "Ossi" und wer "Wessi" sei.

Und was ist dein Talent?
Nils Klughammer, 18 Jahre, kommt aus Basel und hat den zweiten Platz in der Biologierolympiade belegt. Bio ist für ihn kein Talent und das viele Gerede über Talente nervt ihn auch. Er hat teilgenommen, weil er Zeit hatte und um Leute kennenzulernen: "Das war auf einmal ein ganz anderer Umkreis. Die Leute, die da mitmachen, sind genauso verrückt wie ich."Alle Bilder anzeigen
1 von 7Foto: Sandra Lukosek
20.09.2010 18:57Nils Klughammer, 18 Jahre, kommt aus Basel und hat den zweiten Platz in der Biologierolympiade belegt. Bio ist für ihn kein Talent...

Auch Giuliano Felis, Sänger von "The Herbs" und Sieger des Wettbewerbs "Treffen Junge Musik-Szene", wählte den Geschichts-Workshop. "Weil unsere Landesgeschichte unglaublich interessant ist", sagt er. Das würde die Mehrheit der 300 Talente wohl unterschreiben: Entgegen des Vorurteils, die Jugend von heute sei geschichtsmüde, löchern viele der elf- bis 21-Jährigen ihre Eltern und Großeltern mit Fragen zur Vergangenheit.

Die Ergebnisse der Geschichtsdiskussion und die der restlichen Workshops wurden am Sonntagabend im Tipi am Bundeskanzleramt vorgestellt: Im Workshop "Planspiel Demokratie" wurde der Staatsaufbau des Fantasiestaats Fontanien nachgestellt, "Dramaturgie" führte ein Theaterstück auf. Die Teilnehmer des Workshops "Menschenrechte" standen nicht auf der Bühne, sondern verteilt im Publikum und bildeten dort einen Sprech-Chor: "Menschenrechte gehören in den Kopf und nicht auf die Bühne", hieß es da. Da konnte Anna Börger nur nicken.

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben