Vertretungslehrer : Arbeitslos durch den Sommer

In den Sommermonaten steigt die Zahl der arbeitslosen Lehrer bundesweit stark an. Grund sind befristete Verträge.

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Blick in ein Klassenzimmer.
Blick in ein Klassenzimmer.Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Es passiert immer im Sommer: Während der großen Ferien steigt die Zahl der arbeitslos gemeldeten Lehrer bundesweit stark an. 2016 waren im August rund 10 000 Lehrkräfte arbeitslos gemeldet, während es im Juni 2016 nur 4700 waren. Nach den Sommerferien sinkt die Zahl wieder auf 5000. Besonders dramatisch ist der Anstieg in Baden-Württemberg, Hessen und Bayern. In Baden-Württemberg etwa stieg die Zahl der arbeitslosen Lehrer von rund 340 im Juni 2016 auf 2000 im August. In Berlin fällt der Anstieg vergleichsweise moderat aus.

Bei den Lehrkräften handelt es sich meist um Vertretungslehrer mit befristeten Verträgen. Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, kritisierte die Befristungen als nicht akzeptabel und forderte die Entfristung der Verträge.

Die Zahlen sind einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Abgeordneten der Linkspartei vom Juli diesen Jahres zu entnehmen. Die Daten stammen aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit. In den Vorjahren war die Situation demnach ähnlich.

In Berlin werden die Ferien zum Teil nachträglich bezahlt

In Berlin stieg die Zahl der arbeitslosen Lehrer im Sommer 2016 von 381 im Juni auf 597 im August. Ob es sich dabei um Vertretungskräfte handelt, deren Verträge im Rahmen der sogenannten „Personalkostenbudgetierung“ (PKB) geschlossen wurden, konnte ein Sprecher der Bildungsverwaltung nicht sagen. Allen Schulen stehen PKB-Mittel zur Verfügung, über die sie kurzfristig Vertretungskräfte bezahlen können. Oft enden diese Verträge zu den Sommerferien, zumal dann meist nicht feststehe, ob nach den Ferien weiterhin Vertretungsbedarf bestehe. Nach Angaben der Senatsverwaltung würden die Sommerferien aber nachträglich bezahlt, wenn das Arbeitsverhältnis mindestens ein Jahr bestehe und es nach oder vor den Ferien keine Unterbrechung von mehr als zwei Wochen gebe.

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