Wettbewerbe : Die Wunder, die Papier vollbringt

Schüler schreiben Geschichten, Schüler machen Zeitung: ein Buch und zwei Tagesspiegel-Wettbewerbe.

Dorothee Nolte
Wunderpapier
Stolze Autoren -Foto: Mike Wolff

Ein bisschen wunderbar ist es ja: Da setzt man sich hin und schreibt im stillen Kämmerlein eine Geschichte – und wenige Monate später steht diese Geschichte in einem Buch! Fotini Tsogia, 11, und Pauline Utecht, 13, können es immer noch nicht fassen. „Das ist ein ganz komisches Gefühl“, sagt Fotini. Und Pauline stimmt zu: „Jetzt können so viele Menschen meine Geschichte lesen – das habe ich mir beim Schreiben gar nicht vorgestellt!“

Das ist eben eins der vielen Wunder, die Papier vollbringen kann. Um solche und andere Papierwunder geht es in dem neuen Buch, das der Tagesspiegel zusammen mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie herausgegeben hat. Es trägt den Titel „Das Wunderpapier“ und enthält 25 Geschichten von Berliner Schülern, die der Jury des Erzählwettbewerbs 2008/09 am besten gefallen haben. Das Thema des Wettbewerbs lautete „Zeitung“ – und Zeitungen tauchen in allen Formen auf: Da gibt es Zeitungen, die sprechen können, andere beamen ihre Leser in fremde Erdteile, sagen Meteoriteneinschläge voraus oder spielen Spickzettel: echte Wunderpapiere eben, diese Zeitungen.

Die 25 Autoren sind zwischen sieben und 16 Jahre alt. Einige von ihnen sind wie Fotini und Pauline zum Fototermin ins neue Verlagsgebäude des Tagesspiegels am Askanischen Platz gekommen. Hier wird die echte Zeitung gemacht, die leider nicht zaubern kann, aber dafür jeden Tag über interessante Neuigkeiten berichtet. Wie geht das eigentlich, wie finden Reporter ihre Geschichten, was ist ein „Aufmacher“ oder eine „Ente“? Auch solche Fragen werden in dem Buch beantwortet, es gibt ein „Zeitungs-ABC“ und Tipps für Lehrer, wie sich Zeitungen im Unterricht einsetzen lassen.

Zeitungen, sagt Gisela Beste vom Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) sind nämlich ein sehr geeignetes Medium, um schon in der Grundschule den Spaß am Lesen zu fördern: Jeder kann sich herauspicken, was ihn interessiert, es gibt Bilder und Schlagzeilen, Rätsel und Wetterbericht, kurze und lange Texte. Lisum-Mitarbeiterin Irene Hoppe hat daher, passend zum Wunderpapier-Buch, ein „Zeitungsbegleitheft“ und ein „Zeitungsquiz“ entwickelt, mit denen sich Grundschüler selbstständig eine Zeitung erschließen können.

Vielleicht bekommt die eine oder andere Grundschulklasse dabei Lust, selbst eine Zeitung zu machen? Dann kann sie sich am neuen Tagesspiegel-Wettbewerb „Wer macht die beste Zeitung?“ beteiligen und eine kleine Zeitung zu einem frei gewählten Thema gestalten. Jeder kann sich so einbringen, wie es seinen Talenten entspricht: Wer ungern schreibt, der zeichnet Comics oder denkt sich Witze aus.

Einen neuen Erzählwettbewerb wird es natürlich auch geben. Das Thema lautet diesmal: Musik! Genauer: Ein Musikinstrument soll in der Geschichte eine Rolle spielen, egal ob das die Blockflöte der kleinen Schwester ist, die E-Gitarre des angebeteten Popstars oder die Langhalslaute des türkischen Opas. Die neunjährige Eleonore Grahovac jedenfalls, die für das „Wunderpapier“ einen Kurzkrimi geschrieben hat, hat sofort eine Idee für den Titel ihrer neuen Geschichte. Und der macht richtig Gänsehaut: „Die Musik des Teufels“.

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