WIR MACHEN SCHULE : Der Lesefisch ist die beste Schulbibliothek

Die Büchereltern. An der Halensee-Grundschule kümmern sich vor allem Mütter um die Schulbibliothek. Foto: Thilo Rückeis
Die Büchereltern. An der Halensee-Grundschule kümmern sich vor allem Mütter um die Schulbibliothek. Foto: Thilo Rückeis

Der Lesefisch ist das Herz der Halensee-Grundschule. Wenn die Schulbibliothek jeden Tag zur Pause um 11.30 Uhr öffnet, gibt es für viele Schüler keinen schöneren Platz als den Raum mit den vielen Büchern, dem bunten Fisch, der von der Decke baumelt, und den geduldigen und freundlichen Frauen, die in der Bibliothek arbeiten. „Hier ist immer was los, die Kinder lesen sogar in den Gängen vor der Bibliothek“, erzählt Babette Dombrowski, die die Schulbibliothek mitgegründet hat. Am vergangenen Donnerstag wurde der Lesefisch als „Schulbibliothek des Jahres 2013“ ausgezeichnet. Weitere Preise erhielten die Bibliothek des Archenhold-Gymnasiums in Oberschöneweide und die Nürtingen-Grundschule in Kreuzberg.

Dabei ist es keineswegs selbstverständlich, dass es die Lesefisch-Bibliothek überhaupt gibt. Eine Gruppe von Müttern hat sie vor rund zehn Jahren ins Leben gerufen. Auslöser war, dass im Jahr 2001 die Stadtteilbücherei in der Nähe geschlossen wurde. Kinder müssen Zugang zu Büchern haben, sollen Bibliotheken in der Nähe haben, fanden die Eltern. Mittlerweile kümmert sich ein Team von rund 15 Müttern und Vätern ehrenamtlich um die Bibliothek, organisiert Lesungen, hilft den Kindern, das für sie passende Buch zu finden und beantwortet ihre Fragen, besorgt neue Bücher und schafft es, täglich mehrere Stunden zu öffnen. Mit Erfolg: Die Kinder kommen begeistert immer wieder. Einigen Müttern ist die Arbeit so ans Herz gewachsen, dass sie auch dann noch mitmachen, wenn ihre Kinder die Grundschule schon verlassen haben.

Nur gut ein Drittel aller Schulen hat überhaupt eine Schulbibliothek, so die Einschätzung der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg.

Dabei sind sich Fachleute eigentlich einig, wie wichtig sie für die Leseförderung gerade von Grundschulkindern sind. Doch oft scheitert die Einrichtung an fehlendem Personal. Nicht überall finden sich Eltern, die Zeit und Kraft haben, eine Bibliothek kontinuierlich zu betreuen. Die Veranstalter des Wettbewerbs zur Schulbibliothek des Jahres wiesen deshalb auch darauf hin, dass es eigentlich die Verantwortung der öffentlichen Hand sei, ausreichend Personalmittel für diese Aufgabe zur Verfügung zu stellen.

ENDSPURT BEIM BÜCHERSPENDEN

Eine weitere Aktion zur Leseförderung hat der Verein Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) ins Leben gerufen. Noch bis zum 25. September können gut erhaltene Kinder- und Jugendbücher bei allen DPD-Paketshops und Filialen der Berliner Bank abgegeben werden. Schulen und Kitas können sich aus den abgegebenen Büchern passende für ihre Einrichtung auswählen. Eine Liste aller Abgabestationen unter: www.vbki.de svo

0 Kommentare

Neuester Kommentar