Schule : Zöllner stellt Änderungen für Vera in Aussicht

Nach Zwischenbilanz lehnen Karlsgarten-Lehrer vereinzelte Maßnahmen ab

Die Initiative „Grundschulen im sozialen Brennpunkt“ hat am Montag eine Zwischenbilanz der Drittklässler-Vergleichsarbeiten „Vera“ vorgelegt. Zwar lägen die Ergebnisse erst im Juni vor, aber schon jetzt stehe fest, dass „kein Problem“ gelöst sei. Vielmehr sei die Kritik noch bestätigt worden, indem die Tests für die Altersstufe zu schwer gewesen seien.

Da der Senator die Grundsatzkritik an Vera „in keiner Weise berücksichtigt, sondern auf die Durchführung der Tests bestanden“ habe, sei man entschlossen, die Kritik weiterzuführen. Dazu gehöre, auch künftig für bessere Lernbedingungen an den Grundschulen im sozialen Brennpunkt einzutreten.

Wie viele Lehrer sich letztlich am Boykott beteiligt haben, ist nicht zu erfahren. Dem Vernehmen nach beschränkte sich die Weigerung, Vera zu schreiben, nicht auf die Neuköllner Karlsgarten-Schule. Offenbar hätten sich die anderen Schulen aber entschieden, den Boykott nicht offiziell zu machen, sondern andere Kollegen seien auf Bitten der Rektoren „eingesprungen“.

Unterdessen hat Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) mit einem eigenen offenen Brief auf die Kritik an Vera reagiert. In dem Schreiben an die Inititiative „Grundschulen im sozialen Brennpunkt“ stellt er in Aussicht, dass er sich „bemühen“ werde, prüfen zu lassen, ob man mehr Aufgaben „im unteren Leistungsbereich“ anbieten könne. Damit reagierte er auf die Forderung, schwache Schüler nicht dadurch zu frustrieren, dass sie kaum eine Aufgabe lösen können.

Die Lehrer der Karlsgarten-Schule hingegen wenden sich gegen derlei vereinzelte Maßnahmen: Man brauche weder die von Zöllner in Aussicht gestellten „Coaches“ an Schulen noch externe Weiterbildungen – noch die Vergleichsarbeiten. Was man im Gegenteil fordere, seien die Vorschule, Klassenfrequenzen von maximal 20 Schülern, eine Aufstockung der Integrationsstunden und einen Schulpsychologen, der genügend Stunden zur Verfügung habe. sve/pth

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