Berlin : Wie in der Hexenküche

Von der Walpurgisnacht bis zum Myfest: Wo Berlin in den Mai tanzt

Sebastian Scholz

Das Wochenende der Hexen, Hobbytänzer und Obstweinfans ist da. Denn trotz Krawallangst und Festungsstimmung stehen die Tage um den 1. Mai noch immer im Zeichen der Feierlaune. Und die wird auch in diesem Jahr wieder ausgelebt – überall in der Stadt wird an diesem Wochenende der Mai begrüßt.

Der Mauerpark zeigt sich zur Walpurgisnacht familienfreundlich. Neben einem bunten Kulturprogramm aus Straßenmusikern und Hobbykünstlern ist ab 16 Uhr am Spielplatz ein Kinderzirkus aufgebaut. Um 18 Uhr spielt dann die spanische Theatergruppe „Company Talentitos“ im Amphitheater. Abschließend sollen dort mit einer Feuer-Artistik-Show um 23 Uhr traditionsgemäß die bösen Geister vertrieben werden. Gezündelt werden darf im Mauerpark jedoch nicht überall – in der Nacht zum 1. Mai gilt ein striktes Grillverbot.

Einen negativen Nebeneffekt hat die Feier am Mauerpark jedoch für die Fans des türkischen Popsängers Tarkan, der Samstagabend in der nahen Max-Schmeling-Halle auftritt. Hier sind die Parkmöglichkeiten stark eingeschränkt, die Veranstalter raten Konzertbesuchern zur Anreise mit Bahn oder Tram. Behindertenparkplätze werden jedoch freigehalten.

In der Nacht der Hexen ist auch in der Kulturbrauerei wieder einiges los. Auf dem Gelände wird bei viel Musik auch an die mythologische Bedeutung der Walpurgisnacht erinnert. Ab 22 Uhr wird das große Lagerfeuer entzündet. Artisten, Stelzenläufer und Feuerschlucker treten auf. Wer von all den Flammen dann eine Abkühlung braucht, kann anschließend zum Badeschiff an der Treptower Arena weiterziehen und um Mitternacht zur Saisoneröffnung den ersten Sprung ins Wasser wagen.

Am Sonntag wird dann auf dem Myfest in Kreuzberg weitergefeiert. An den zahlreichen Essbuden tischen die Anwohner wieder internationale Küche auf, dazu spielen zahlreiche Bands im Kiez zwischen Oranienstraße und Kottbusser Tor auf. Freunde harter Gitarrenmusik kommen an der Bühne Adalbertstraße Ecke Naunynstraße auf ihre Kosten. Ab 13 Uhr stimmen hier Rockbands auf die Party ein. Wer eher auf harten Straßen-Hip-Hop steht, sollte sich an der Bühne in der Naunynstraße einfinden. Nachwuchsrapper bekommen hier die Möglichkeit, sich am Mikrofon zu beweisen. Im Festsaal Kreuzberg an der Skalitzer Straße werden Tanzwütige derweil ab 14 Uhr mit Elektro-Swing in die goldenen 20er Jahre entführt. Die Waldemarstraße wird zur Jugendmeile: Ab 14 Uhr treten hier Breakdancegruppen und Nachwuchsbands auf.

Rund um die Maifeierlichkeiten am Mauerpark und in Kreuzberg gibt es auch in diesem Jahr ein striktes Verkaufsverbot für Glasflaschen und Dosen. Sebastian Scholz

Das Festprogramm im Internet:

www.mauerpark.info

www.myfest36.de

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