Berlin : Wirte machen Platz für Passanten Am Helmholtzplatz werden Linien gezogen

Arvid Kaiser

Kaum scheint die Sonne wieder und die Temperaturen werden freundlich, bauen Kneipen und Cafés mit Tischen und Stühlen auf dem Gehweg an. Am Helmholtzplatz und in dessen engen Nebenstraßen in Prenzlauer Berg gibt es wegen der Lust der Berliner am Draußensitzen seit Jahren Ärger zwischen Wirten und Anwohnern. Um diesen Konflikt zu entschärfen, bevor die Saison richtig losgeht, hat das Bezirksamt Pankow jetzt zum Eimer Farbe gegriffen, und die Farbe ist grün.

Grün angemalte kleine Ecken sollen die Grenzen für Tische und Stühle zeigen, weiter dürfen sie nicht auf den Gehweg rutschen. „Die Wirte müssen aufpassen, dass sie 1,50 Meter Platz lassen“, sagt die bezirkliche Wirtschaftsstadträtin Almuth Nehring-Venus (PDS). Die Ordnungsamtspatrouillen sollen diesen Abstand künftig genau kontrollieren und die Farbmarkierungen sollen den Ordnungshütern den Griff zum Zollstock ersparen. „Wir wollen ohne diese Dinger auskommen“, sagt Almuth Nehring-Venus. Die Wirte am Helmholtzplatz haben dem Plan zugestimmt. Außerdem wollen sie ihre eigene, fünf Jahre alte Selbstverpflichtung, die sich auch gegen Lärm richtet, neu unterschreiben und in den Lokalen aushängen.

Klaus-Dieter Richter, Vizepräsident des Berliner Hotel- und Gaststättenverbands, hält die Markierungen für angebracht. „Es geht ja auch um eine gewisse Rechtssicherheit“, sagt er. Für alle rund 2000 Straßencafés in Berlin sei das jedoch kein Modell. „Da, wo es Streitigkeiten gegeben hat, sollte das gemacht werden“, sagt Richter. Konflikte zwischen Freiluft-Kneipiers und Anwohnern gibt es auch an der Simon-Dach-Straße in Friedrichshain und rund um den Hackeschen Markt. Dort hatte das Bezirksamt Mitte schon im Jahr 2000 die Grenzen markiert.

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