Zukunft des Flughafen Tegel : "Es darf nicht dasselbe passieren wie in Tempelhof"
17.02.2012 11:33 Uhr
Der Flughafen Tegel soll nach seiner Schließung im Juni zugunsten des neuen Flughafens BER in Schönefeld ein wichtiger Innovations- und Industriestandort werden. Zur Entwicklung von Tegel gebe es „immense Erwartungen“, betonte die neue Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung, Sybille von Obernitz (parteilos, für CDU) am Mittwochabend bei der vom Tagesspiegel und der Berliner Bank veranstalteten Podiumsdiskussion „Berlin: Zukunftsorte und Zukunftsjobs“.
Die Umwandlung müsse schnell gehen – „es darf nicht dasselbe wie in Tempelhof passieren“.
Theoretisch hat Tegel sogar noch bis Jahresende eine Betriebserlaubnis, Flugverkehr wird es nach dem Sommer aber nicht mehr geben. Ab 2013 soll ein Forschungs- und Industriepark für Zukunftstechnologien wie E-Mobilität und Solarenergie entstehen. Die Weddinger Beuth-Hochschule für Technik hat bereits angekündigt, vor allem Labore anzusiedeln. Senatorin von Obernitz regte jetzt erstmals an, den Standort „gar nicht politisch“ bis ins Detail hinein zu entwickeln, sondern eine Ausschreibung für Investoren zu starten. Darüber wolle sie in wenigen Tagen auch mit Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) sprechen.
Die neue Landesregierung müsse „alle Kraft auf Tegel“ konzentrieren, forderte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Zukunft Berlin und ehemalige Stadtentwicklungssenator Volker Hassemer. In der Politik und Wirtschaft gebe es einen „für Berliner Verhältnisse unglaublichen Konsens“ zur Entwicklung des Industriestandorts. Berlin werde es aber nicht schaffen, mehrere große Zukunftsorte in der Stadt gleichzeitig umfassend zu entwickeln. Auf Nachfrage von Gerd Nowakowski, leitender Redakteur des Tagesspiegels und Moderator der Diskussion, bestätigte Hassemer auch, eine große innerstädtische Konkurrenz zwischen den Standorten müsse vermieden werden.
Die künftige „Europacity“ an der Heidestraße nördlich des Hauptbahnhofs sei wegen der Nähe zur Charité und zum Bayer-Schering-Standort in Wedding zwar ein viel versprechendes Gesundheitsquartier, fand Hassemer, doch wäre es ein Fehler, dort zusätzlich noch ein großes Kunstquartier zu planen. Die laufende Entwicklung des „Campus City-West“ rund um den Ernst-Reuter-Platz sei richtig, durch den dortigen Sitz der TU und der Universität der Künste biete sich die Gegend dafür an.






































