Der Tagesspiegel : Besuchers Freud’, Gärtners Leid

Gäste und Veranstalter sind mit dem Verlauf der Schlössernacht zufrieden. Nur der Rasen hat gelitten. Termin für die nächste Auflage ist der 21. August 2004

Claus-Dieter Steyer

Potsdam. Bravo-Rufe begleiteten das große Feuerwerk kurz nach Mitternacht vor dem Neuen Palais im Park Sanssouci. Die fünfte Potsdamer Schlössernacht hatte ihren standesgemäßen Höhepunkt erreicht. 32 000 zum überwiegenden Teil begeisterte Besucher verließen zufrieden den festlich beleuchteten Park. Es kam sogar zu einem kleinen Gedränge, das die Veranstalter eigentlich mit einem zweiten Feuerwerk vor den Weinbergterrassen des Schlosses Sanssouci verhindern wollten. Doch wegen der anhaltenden Trockenheit wollte die Schlösserstiftung kein Brandrisiko eingehen und verzichtete auf das Schauspiel am nächtlichen Himmel. So drängelten sich die meisten Gäste wie in den vergangenen Jahren nach Mitternacht wieder vor dem Neuen Palais.

Das blieb aber die einzige Programmänderung. Acht Stunden lang hatten 450 Künstler auf 15 Bühnen die Besucher unterhalten. Höhepunkte waren der Auftritt des Star-Tenors Erkan Aki und die Konzerte des eigens für diesen Auftritt gegründeten Orchesters „Potsdamer Schlössernacht“. Viel Zuspruch hatte auch der erstmals veranstaltete Kunsthandwerkermarkt in der Maulbeerallee.

Der Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Hartmut Dorgerloh, zeigte sich höchst zufrieden. „Die Potsdamer Schlössernacht hat sich einer eigenständigen Marke entwickelt“, sagte er. „Sie stärkt inzwischen die Attraktivität des Landeshauptstadt.“ Sorgenvolle Gesichter machten gestern allerdings die Gartenfachleute des Parks Sanssouci. Der Rasen im weitläufigen Gelände zeigte sich in wenig ansehnlichem Zustand. Überall waren Abdrücke von Picknick-Decken zu sehen. „Wir haben versucht, auf die Besucher Einfluss zu nehmen, um den Rasen zu schonen“, sagte Pressesprecherin Beate Kriese. „Aber das gelang nur teilweise.“ Allerdings sei der Rasen schon vorher angegriffen gewesen.

Da die Veranstalter – drei Berliner Entertainment-Gesellschaften – eine positive Bilanz zogen, dürfte die Zukunft der Schlössernacht nicht gefährdet sein. „Dank vieler Sponsoren sind wir auf der sicheren Seite“, sagte Cheforganisator Christian Bartmann, der in Berlin zur gleichen Zeit das Gauklerfest organisierte. Der Termin für die nächste Schlössernacht steht schon fest: Am 21. August 2004 soll die sechste Auflage steigen. Den Verkaufsstart der Karten wollen die Veranstalter rechtzeitig bekannt geben. Diesmal waren die Tickets binnen weniger Wochen ausverkauft.

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