Der Tagesspiegel : Buga-Knospen: Das Schilf

Simone Leinkauf

Schilf ist überall dort zu Hause, wo es feucht ist. Die filigrane und zerbrechlich wirkende Pflanze hat den Menschen im Laufe ihrer Geschichte auf vielerlei Weise gedient - vom Hausbau über die Magnetnadel bis hin zur Panflöte. Die bis zu drei Meter hohen Halme des Gemeinen Schilfrohr werden zur Herstellung von Matten und Geflechten, als Wandbelag oder zum Dachdecken verwendet. Oft wird es auch als Uferschutz kultiviert. Die kleineren Gräser findet man dagegen vor allem als auflockernden und verbindenden Gestaltungshelfer im Garten - sie schaffen es, die Mängel schwieriger Gartenstellen zu verhüllen und bevorzugte Plätze durch ihr markantes Wachstum hervorzuheben. Für alle Arten gilt, dass Gräser erst im Frühjahr zurückgeschnitten werden sollen, damit keine Feuchtigkeit in die Halmenstümpfe eindringen kann. Der Wurzelstock fault sonst schnell. Aufgrund seiner hohlen, leicht knickenden Stiele wurde das Schilf zum Symbol von Schwäche, Wankelmut und Zerbrechlichkeit. Durch sein leises Rascheln im Wind kam es ähnlich wie die Pappel außerdem noch in den Ruf der Geschwätzigkeit.

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