Der Tagesspiegel : Bundesgartenschau: Potsdams Palmen überwölbt ein gewaltiger Glaskasten

Claus-Dieter Steyer

Diese Gruppe von Buga-Gärtnern hat Glück: Unabhängig von Schneegestöber, Regen und Wind bringen sie blühende Pflanzen in die Erde, rücken Palmen an den richtigen Platz und zaubern einen Urwald herbei. Ihr Arbeitsplatz ist die große Halle "Biosphäre Potsdam" direkt am Haupteingang des Buga-Parks. Deren Dimensionen sind gewaltig: 201 Meter lang, 72 Meter breit und 18 Meter hoch. Sie ragt an der höchsten Stelle aber nur zwölf Meter über die Geländeoberkante. Der Rest ist teilweise bis acht Meter tief ins Erdreich eingegraben. Das Gebäude kostete rund 58 Millionen Mark.

"Der größte Teil der 3500 Quadratmeter großen Nutzfläche dient den beliebten Blumen- und Pflanzenschauen", sagt Hallenchef Ulrich Jarke. Doch er verspricht auch beeindruckende Wasser- und Farbenspiele auf mehreren Ebenen. "Erstmals auf einer Bundesgartenschau können Besucher den Gärtnern während der Umbauphasen den Gärtnern und Floristen über die Schultern schauen." Bisher wurden die Hallen beim Wechsel der Pflanzenschauen entweder geschlossen oder die Arbeiten erfolgten in der Nacht. Im Foyer des Baus bereitet der Zentralverband Gartenbau seine Ausstellung vor.

Äußerlich bestimmen Kontraste das Bild. Das Berliner Architekturbüro Frank Barkow und Regine Leibinger verwandten viel Glas. Die Seitenwände bestehen allerdings zum Teil aus Erdwällen. Diese sollen an die in der Nähe befindlichen, ehemaligen militärischen Schutzwälle anknüpfen. 250 Jahre lang übten auf dem heutigen Buga-Gelände verschiedene Armeen Angriff und Verteidigung.

Auf den Seitenwällen der Halle liegen mächtige Eichenstämme. Sie stammen aus der nördlich von Potsdam gelegenen Ortschaft Krampnitz, wo ebenfalls einst Soldaten übten.

Nach dem Ende der Bundesgartenschau soll die Halle zu einer Naturerlebniswelt umgestaltet werden. Deren Eröffnung ist für den Spätsommer 2002 geplant.

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