Der Tagesspiegel : Der gerade Weg nach Hamburg

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Vor 20 Jahren wurde die heutige Autobahn A 24 zwischen Berlin und Hamburg für den Verkehr freigegeben. Am 20. November 1982 durchschnitten die damaligen Verkehrsminister Werner Dollinger (CSU) für den Westen und Otto Arndt für den Osten das festliche Band. 1,2 Milliarden DMark zahlte die Bundesrepublik damals für die mehr als rund 150 Kilometer lange Strecke auf DDR-Gebiet. Damit brauchten sich die Autokolonnen nicht mehr über die kurvenreiche und wegen ihrer engen Ortsdurchfahrten gefürchtete Fernverkehrsstraße F 5 zu zwängen.

Schon die Nationalsozialisten hatten eine schnelle Autoverbindung zwischen Berlin und Hamburg geplant. Sie wurde allerdings nicht mehr vor Kriegsbeginn geschafft. In den fünfziger Jahren holten Experten die Pläne wieder aus den Schubladen, doch der Mauerbau zerstörte alle Hoffnungen. Erst Mitte der siebziger Jahre begannen langwierige Verhandlungen. Die DDR plante eine weitgehend schnurgerade Strecke, die auf Kurven oder Anhöhen verzichten sollte. Wie andere Autobahnen sollte auch die A 24 als möglicher Ausweichlandeplatz für Flugzeuge dienen. Heute beklagen Sicherheitsexperten große Nachteile: Durch die langen Geraden und die wenigen Ausfahrten in einem dünn besiedelten Gebiet löst die Autobahn eine große Langeweile und eine schnelle Ermüdung der Kraftfahrer aus. Ste.

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