Der Tagesspiegel : Die Stimmen im Rampenlicht

Im Spreewald wurden wieder Synchronsprecher geehrt. Jetzt wollen auch andere Städte die Gala

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Burg. Es soll so werden, wie es war, findet Volker Schlöndorff und erinnert an die Defa-Filme. Da hätten im Abspann stets die Namen der Synchronsprecher gestanden. „Da müssen wir wieder hin“, sagte der Starregisseur, womit er auf der „Gala der Stimmen“den Applaus sicher hatte. Am späten Donnerstagabend wurden im Spreewaldort Burg die besten Synchronsprecher ausgezeichnet.

Die Gala, die eine PR-Agentur vor einigen Jahren zusammen mit den Eigentümern des Burger Hotels „Zur Bleiche“ ersonnen hat, ist inzwischen so bekannt, dass die Spreewälder sich gegen Abwerbungsversuche von Hamburg oder München wehren müssen. Wohl deshalb erschien auch Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU), um Synchronisation als„ entscheidet über den Erfolg eines Film“ zu loben. Kaum beachtet werden die Sprecher dagegen in Hollywood. „Ich glaube nicht, dass es Tom Cruise interessiert, wer ihm in der deutschen Fassung die Stimme leiht“, sagte Patrick Winczewski, der auch Hugh Grant spricht, weshalb ein Film mit Cruise und Grant ein Problem für ihn würde. Für Preisträger Thomas Fritsch ist Synchronisieren in erster Linie ein „unendlich großer Spaß“, denn: „Da kannst du mal so richtig die Sau rauslassen.“ Die zu geringe Aufmerksamkeit für ihre Arbeit erwies die Hälfte der ausgezeichneten Synchronsprecher dann allerdings auch ihrer Gala: Von sechs Preisträgern waren drei nicht erschienen. Darunter Corinna Harfouch, die Isabelle Huppert im Film „Die Klavierspielerin“ spricht. Sie ließ sich wegen Erkältung entschuldigen. Die anderen hätten wohl, so wurde gewitzelt, den Weg durch den Spreewald nicht gefunden, so dass die rund 1,5 Kilogramm schwere Plastik mit einem doppelten Gesicht an Vertreter überreicht wurde. Claus-Dieter Steyer

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