Der Tagesspiegel : Die tägliche Chance, entdeckt zu werden

Am Sonnabend startet der Filmpark Babelsberg sein neues Programm: Dann kann man auch an Casting-Proben teilnehmen

Claus-Dieter Steyer

Potsdam. „Kulissenwechsel“ heißt das neue Motto des Filmparks in Potsdam-Babelsberg. Das sollen die ab kommenden Sonnabend auf dem Gelände erwarteten Besucher durchaus zweideutig verstehen: Zum einen wartet der Park mit vielen neuen Attraktionen, Themen und Shows auf, zum anderen werden die Gäste zum Kulissenwechsel motiviert. In einem Fernsehstudio kann sich jeder als Nachrichtensprecher, Wetterfee oder als Kleindarsteller in einer Nebenrolle versuchen. Damit reagiert Filmparkchef Friedhelm Schatz nicht allein auf die anhaltenden Erfolge von Quiz-, Casting- und Containershows, sondern auf den Andrang bei Casting-Proben auf dem Babelsberger Studiogelände im vergangenen Jahr.

Tausende Interessenten standen stundenlang an, um von den Produzenten großer Filme ins Visier genommen zu werden. Diese Chance besteht nun im neuen Fernsehstudio täglich. Selbst wenn die immer wieder vermuteten und erhofften Späher aus Hollywood, München, Köln oder aus dem Babelsberger Studio von nebenan nicht ständig anwesend sind, werden alle Szenen aufgezeichnet und den Casting-Agenturen zugeleitet. Auch andere Bereiche des Filmparks laden zum Mitmachen ein. Wer will, kann sich Kostüme ausleihen und als Königin, Schwerverbrecher oder Seeräuber durchs Gelände spazieren. Ein Schminkstudio verpasst den Gästen das notwendige Gesicht. In der Kulissenwerkstatt kann man von Handwerkern sein eigenes Souvenir anfertigen lassen. Dazu gehören ein Abbild der im Louvre stehenden „Venus von Milo“ und andere täuschend echt wirkende Skulpturen.

Natürlich gibt es im Filmpark auch ein besonderes Kino. Gleich in vier Dimensionen soll sich der Besucher des „Metropolis“ freuen. Sie erleben einen Ritt auf dem fliegenden Teppich, bei denen ihnen Wind ins Gesicht geblasen wird. Außerdem bewegen sich die Sitzreihen. Fremdländische Gerüche lassen die Phantasien sprühen. Ganz anderer Rauch steigt aus dem Vulkan auf. In der Spielstätte der Stunts seilen sich Künstler im Nebel aus waghalsiger Höhe ab, finden Kämpfe um Leben und Tod statt, krachen am laufenden Band Feuerwerke, explodieren Autos und zeigen Motorradfahrer ihr ganzes Können im Springen über hohe Hindernisse.

„Wir wollen mehr Leute als bisher auf unser Gelände locken“, sagt Geschäftsführer Friedhelm Schatz. Freizeitparks gebe es überall in Deutschland. „Aber wir wollen ein Unikat sein.“ Das garantieren fast schon die aus den Vorjahren vertrauten Kulissen. Das Sandmännchen gibt es eben nur in Babelsberg zu erleben, ebenso die Bauten des in über 100 Länder verkauften Defa-Klassikers „Geschichte vom kleinen Muck“ von 1953 oder die nachgebaute Café-Bar aus Deutschlands erfolgreichster Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, die fast täglich in Babelsberg gedreht wird.

Der Filmpark Babelsberg in der Großbeerenstraße ist ab 3. April täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Kassenschluss ist um 17 Uhr. Erwachsene zahlen 17 Euro Eintritt, ermäßigt 15,50 Euro (Schüler ab 15 Jahre, Rentner, Behinderte, Arbeitslose), Kinder zwischen 4 und 14 Jahre zahlen 12,50 Euro. Vom S-Bahnhof Babelsberg und vom Potsdamer Hauptbahnhof fahren Busse. Autofahrer nutzen die verlängerte Avus A 115 bis zur Ausfahrt Potsdam-Zentrum/Babelsberg, nehmen dann die Nuthe-Schnellstraße bis zur Ausfahrt Wetzlarer Straße. Auskünfte unter Telefon (0331) 7212755 oder im Internet unter www.filmpark.de

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