Der Tagesspiegel : „Die Wähler dachten: Der Jakobs macht das schon“

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Eine Stimme fehlt Ihnen bei der Wahl auf jeden Fall: Ihre eigene. War es ein Fehler, nicht rechtzeitig nach Potsdam umzuziehen?

Das glaube ich nicht. Ich denke, dass ich glaubwürdig vermitteln konnte, warum der Umzug zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich war. Das hat mit der Familie zu tun, auch damit, dass unser Spandauer Haus erst verkauft werden muss. Hektische Aktionen wären nicht honoriert worden. Und: Ich habe klar gesagt, dass wir nach Potsdam umziehen.

Der PDSKandidat Hans-Jürgen Scharfenberg wurde als „der“ Potsdamer beworben.

Es ist klar, dass die PDS das versucht hat. Aber damit kann man nach meinen Erfahrungen nur die PDS-Wählerschaft mobilisieren.

Warum wählten so wenig Potsdamer?

Das ist in gewisser Hinsicht normal, zumal diesmal nicht gleichzeitig Bundestagswahl ist. Sicher gibt es auch eine gewisse Wahlmüdigkeit. Und mancher hat sicher gedacht: Der Jakobs macht das schon.

Halten Sie es für gut, dass seit dem ersten Wahlgang fünf Wochen vergangen sind?

Nein, für die Dynamik des Wahlkampfes war es sicher nicht sehr gut. Aber das hat das Innenministerium so festgelegt, da die Wahl sonst in die Brandenburger Herbstferien gefallen wäre. Auch das wäre nicht glücklich gewesen. Insofern war der Termin zwar problematisch, aber wohl unumgänglich.

Warum haben Sie Ihren PDS-Herausforderer im Wahlkampf so sanft angefasst?

Man soll sich nicht verbiegen. Das ist nicht mein Stil. Ich bevorzuge einen Wahlkampf der Argumente. Dabei sind die unterschiedlichen Positionen zu Scharfenberg durchaus deutlich geworden. In der Kommunalpolitik geht es weniger um Parteien, als um konkrete Probleme und Lösungen.

Sind Sie enttäuscht, dass die CDU keine Wahlempfehlung für Sie ausgesprochen hat?

Nein. Die Wähler sind mündig genug. Die Potsdamer CDU ist so in sich zerstritten und schwach, dass ich bezweifle, ob mir ein CDU-Wahlaufruf genützt hätte.

Das Interview führte Thorsten Metzner.

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