Der Tagesspiegel : Ein Schloss für den Umweltschutz

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Criewen. In Brandenburg erstrahlt erneut ein Schloss in schönstem Glanz. In Criewen, direkt an der Oder in der Nähe von Schwedt gelegen, wird heute das Anfang des 19. Jahrhunderts im Auftrag von Rittmeister Otto von Arnim gebaute Herrenhaus wiedereröffnet. Rund 3,3 Millionen Euro hat die Renovierung gekostet. Das Geld stammte aus zwei Förderprogrammen der Europäischen Union, von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie aus dem Landeshaushalt. Die Räume bezieht ein Deutsch-polnisches Begegnungszentrum. Hier sollen künftig sowohl Themen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Naturschutz beraten werden als auch Künstler einen neuen Auftrittsort erhalten. Die anlässlich der Schlosseröffnung ins Leben gerufene „Akademie Schloss Criewen" bietet bei Tagungen und Konferenzen Platz für 90 Personen. Auch Teile der Verwaltung des 1995 ausgerufenen Nationalparkes „Unteres Odertal“ ziehen in einige Räume. Es ist Brandenburgs einziges Schutzgebiet mit einem derart hohen Status. Mit 10 500 Hektar gehört der Fluss-Streifen zwischen Hohensaaten und Stettin zu den kleinsten Nationalparks Deutschlands.

Am Kriegsende waren die Arnims als letzte Bewohner des Anwesens in den Westen geflohen. Jahrzehntelang diente das Schloss als Internat für die Landwirtschaftslehrlinge des benachbarten volkseigenen Gutes. Nach 1989 nutzte der Landkreis das Gebäude eine Weile als Landschulheim, ehe vor einigen Jahren die Rekonstruktion begann. In der Nachbarschaft des Schlosses befindet sich das Informationszentrum des Nationalparkes.

Zum jetzigen Schmuckstück gehört ein vom berühmten Landschaftsgärtner Joseph Lenné angelegter Park, der die Dorfkirche einschließt. Für den Park musste im Auftrag des Rittmeisters von Arnim das Dorf weichen. Ursprünglich gruppierten sich die Häuser um die aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirche herum. Sie wurden nach 1820 einige Hundert Meter weiter östlich wieder aufgebaut. Claus-Dieter Steyer

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