Energiepolitik : Kohlegegner protestieren gegen neuen Tagebau

Trotz Klimawandel wollen die Energieunternehmen nicht auf die Braunkohle verzichten. Am Sonntag demonstrierten über 500 Brandenburger gegen die Abbaggerung von drei Dörfern in der Lausitz.

Vattenfall
Ein Schaufelradbagger von Vattenfall bedroht die Orte Kerkwitz, Atterwasch, Grabko. -Foto: dpa

SchenkendöbernÜber 500 Kohlegegner haben am Sonntagnachmittag mit einem Sternmarsch gegen die geplante Abbaggerung ihrer Dörfer in der Niederlausitz protestiert. Die Demonstranten trafen sich bei widrigen Wetterverhältnissen am Alten Schafstall bei Kerkwitz zu ihrer ersten Protestaktion in diesem Jahr.

An der Veranstaltung beteiligten sich neben Einwohnern der betroffenen Orte Atterwasch, Grabko und Kerkwitz auch Sympathisanten aus den anderen 13 Ortsteilen der Großgemeinde Schenkendöbern, wie am Sonntag der Koordinator des Teams vom Volksbegehren "Keine neuen Tagebaue - für eine zukunftsfähige Energiepolitik", Falk Hermenau, mitteilte. Hinzu kamen Vertreter von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen.

Bürgerinititive sammelt Unterschriften

"Wir brauchen jetzt die Unterstützung aller, die gegen die Zerstörung der Dörfer sowie für den Erhalt der Umwelt und den Klimaschutz eintreten", sagte Hermenau bei der abschließenden Kundgebung. Auch die Ortsvorsteher der unmittelbar von der Abbaggerung betroffenen Gemeinden Atterwasch, Grabko und Kerkwitz riefen die Kundgebungsteilnehmer und Sympathisanten im Land Brandenburg dazu auf, durch ihre Unterschrift beim Volksbegehren gegen die drohendende Abbaggerung der Dörfer zu protestieren.

Gemäß einem Genehmigungsantrag des Energiekonzerns Vattenfall beim Brandenburger Infrastrukturministerium sollen bis zum Jahr 2040 die Orte Atterwasch, Grabko und Kerkwitz mit rund 900 Einwohnern dem neuen Tagebau Jänschwalde-Nord weichen. Dagegen protestieren die Kohlegegner seit dem vergangenen Jahr mit einem Volksbegehren. Rund 80.000 Unterschriften sind erforderlich, um den Brandenburger Landtag zu zwingen, sich mit dem Problem erneut zu beschäftigen. Bis zum 21. Dezember 2008 lagen bei dem noch bis zum 9. Februar laufenden Volksbegehren jedoch erst 6239 Unterschriften vor. (ml/ddp)

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