Der Tagesspiegel : Ferienbeginn mit Stau-Garantie

Vor allem auf der A 11 nach Prenzlau und auf der A 13 nach Dresden wird es ab Freitagmittag wieder eng. Mit der Bahn geht es meist schneller

Claus-Dieter Steyer

Stolpe. Mit Beginn der Sommerferien in Berlin und Brandenburg drohen auch in diesem Jahr wieder Staus auf den Autobahnen und auf einigen Bundesstraßen. Experten warnen vor allem vor dem morgigen Freitagnachmittag. Zwischen 14 Uhr und bis weit in den Abend sagen sie erhebliche Behinderungen in alle Himmelsrichtungen voraus. Denn dann müssen sich die Urlauber den die Straßen mit den Wochenendpendlern und den Kurzausflüglern teilen. Wer es sich leisten kann und möglichst stressfrei sein Ziel erreichen will, sollte deshalb schon heute oder erst am Sonnabendnachmittag losfahren.

Zwar gibt es auf den Autobahnen noch genügend Nadelöhre, aber das nach der Wende gestartete Bauprogramm bringt nun endlich spürbare Erleichterungen. So gibt es auf der A 2 in Richtung Magdeburg/Hannover keine Baustellen mehr. Hier rollt der Verkehr in beiden Richtungen auf jeweils drei Spuren, zum größten Teil sogar ohne Geschwindigkeitsbeschränkungen. Auch Reisende auf der A 9 in Richtung Südwesten nach Leipzig und München werden zumindest auf Brandenburger Gebiet kaum behindert. Die meisten Baustellen beginnen erst in Sachsen-Anhalt und in Sachsen.

Eine Staugarantie kann dagegen für die Autobahnen A 11 in Richtung Prenzlau und die A 13 nach Dresden bis zum Spreewalddreieck ausgesprochen werden. Mehrere Baustellen lassen hier mitunter nur eine Spur pro Richtung zu. Weil Standstreifen fehlen, können selbst harmlose Unfälle zum Chaos führen. Zu allem Unglück stecken dann oft noch die Abschleppwagen im Verkehr fest.

Gerade im Stau dürften genervte Autofahrer darüber nachdenken, demnächst in die Bahn umzusteigen. Hier haben die Bauarbeiten zur erheblichen Verkürzung der Reisezeiten geführt. Von Berlin nach Hamburg braucht der ICE nur etwas mehr als zwei Stunden, nach Hannover schafft er es in fast anderthalb Stunden, nach Dresden in einer Stunde und 51 Minuten, nach München in etwas mehr als sechs Stunden und nach Frankfurt (Main) in dreieinhalb Stunden.

Zwar wird ab dem 14. Juli die Strecke nach Hamburg zwischen Nauen und Wittenberge wegen Bauarbeiten gesperrt, aber der ICE soll trotz des Umweges über Stendal nicht länger fahren. Der Regionalexpress von Berlin nach Wittenberge braucht jedoch 20 Minuten mehr. Gerade für Ausflüge von Berlin nach Brandenburg bieten sich die Regionalexpresslinien an. Die neuen Doppelstockwagen sind klimatisiert und bei Vorlage des 23 Euro teuren Brandenburg-Tickets (für fünf Personen) gewähren viele Touristenziele 10 Prozent Rabatt.

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