Feuerwehr : Wohnhaus explodiert in der Nähe von Berlin

Polizei vermutet in Märkisch-Buchholz Suizid. Auch Nachbarhaus ist unbewohnbar. Es herrscht höchste Einsturzgefahr.

Claus-Dieter Steyer
mörkisch
Trümmerhaufen. Das Haus wurde zerstört.Foto: Andreas Meyer

Märkisch-Buchholz Märkisch Buchholz – Bei einer Explosion in einer Doppelhaushälfte im 40 Kilometer südlich Berlins gelegenen Märkisch Buchholz ist am Montagmittag eine Person ums Leben gekommen. Dabei soll es sich nach ersten Ermittlungen der Polizei um den 54-jährigen Hausbewohner handeln. „Alle Hinweise deuten auf einen Suizid hin“, sagte Polizeisprecher Jens Quitschke. „Nach Auskunft der Nachbarn hat der Mann schon mehrfach damit gedroht, sich selbst zu töten. Der letzte Versuch soll erst wenige Wochen zurückliegen.“ Erst eine Obduktion des in der Küche gefundenen Leichnams werde genauen Aufschluss über die Identität geben. Möglicherweise hat der Mann an der Gasleitung manipuliert. Die mit ihm im Haus wohnende Ehefrau hielt sich zum Zeitpunkt der Explosion an ihrer Arbeitsstelle auf. Wie auch der 27-jährige Sohn, wurde sie umgehend von der Polizei an den Unglücksort gebracht. Beide begaben sich danach in die Hände von Notfallseelsorgern. Die Ehefrau stand unter Schock und erkundigte sich zuerst nach dem Verbleib ihres Hundes. Der Pinscher hatte sich vor Schreck in der Hecke des Gartens versteckt.

Wie Nachbarn berichteten, gab es häufig lautstarken Streit unter den Eheleuten. Einmal sollen in der Vergangenheit auch Fensterscheiben zu Bruch gegangen sein. „Der Krach war manchmal nicht auszuhalten“, erzählte eine Frau aus der Nachbarschaft. In dem 800 Einwohner zählenden Ort vor den Toren des Spreewaldes kennt man sich.

Die Polizei konnte noch Stunden nach der in den Mittagsstunden erfolgten Explosion das Haus wegen Einsturzgefahr nicht betreten. Erst das später alarmierte Technische Hilfswerk baute mehrere Stützkonstruktionen ein, um Feuerwehr und Polizei nicht zu gefährden. Die Arbeiten zogen sich bis in den späten Abend hin.

Vom Haus selbst ist nur noch ein Trümmerhaufen übrig geblieben. Mauerreste und Dachziegel flogen bei der Explosion bis weit auf die Straße. Passanten und Fahrzeuge hätten leicht in Mitleidenschaft gezogen werden können. Zum Glück befand sich aber keine Person zum Unglückszeitpunkt vor dem Haus. Allerdings war die Detonation so heftig, dass das Nachbargebäude stark beschädigt wurde. Der Dachstuhl ist hier ebenfalls eingestürzt.

Handwerker von einer gegenüberliegenden Baustelle berichteten, dass der Mann aus dem explodierten Haus kurz vor dem lauten Knall noch etwas zu ihnen hinübergerufen hatte. Sie hätten aber nichts verstanden. Dann „gab es einen fürchterlichen Knall und einen hellen Feuerschein“, erinnerten sich die Bauleute.

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